Leipzig-Boss enthüllt: Fünf-Millionen-Euro-Plan für Zweitliga-Saison
Karsten Günther (44), Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig, spricht im Dyn-Format „Kretzsche & Schmiso“ über die schwierige Situation des Bundesliga-Letzten. Noch besteht die Chance auf den Klassenerhalt, doch der Verein bereitet sich bereits intensiv auf einen möglichen Abstieg in die 2. Handball-Bundesliga vor.
„Die Situation ist gerade brutal“
Günther beschreibt die aktuelle Lage als herausfordernd: „Die Situation ist gerade brutal. Aber auch das ist eine Challenge, die wir jetzt annehmen und daraus was machen.“ Sein primäres Ziel bleibt der Klassenerhalt: „Wir müssen gucken, dass es mit dem Endspiel am 7. Juni gegen Minden über den Strich reicht. Jeder Spieltag, an dem es eher klappt, schenkt mir zusätzliche Lebenszeit.“
Notfallplan mit fünf Millionen Euro Budget
Für den Fall des Abstiegs hat der Verein konkrete Pläne entwickelt. Nach Informationen soll der Gesamtetat für eine Zweitliga-Saison rund 5 Millionen Euro betragen. Günther betont: „So naiv können wir ja nicht sein, diesen Fall nicht mit einzuplanen. Dann würden wir alles daran setzen, dass wir in der nächsten Saison der Bundesligist Nummer 19 sind und genau auf dem Level weitermachen können.“
Der Geschäftsführer macht deutlich, dass für ihn nur der sofortige Wiederaufstieg zur Debatte steht. Der Verein soll auf Erstliganiveau weitergeführt werden, um schnellstmöglich zurückzukehren.
Spielergerüst für die Zweitliga-Saison
Ein Teil des Kaders für eine mögliche Zweitliga-Saison steht bereits:
- Torhüter: Tomas Mrkva und Anadin Suljakovic (kommt aus Wetzlar)
- Linksaußen: Lukas Binder und Tom Koschek
- Kreisläufer: Moritz Preuss und Tim Hertzfeld
- Rechtsaußen: Staffan Peter und Anton Voß
Für den Rückraum ist mit Caspar Gauer derzeit nur ein Spieler unter Vertrag. Verhandlungen über den Verbleib von Dean Bombac, Matej Klima und Franz Semper sollen laufen. Trainer Frank Carstens würde in der 2. Liga ebenfalls zur Verfügung stehen.
Gründe für den sportlichen Absturz
Günther analysiert die Ursachen für die schwierige Saison: „Das ist sicher eine ganz komplexe Nummer. Die hat sicher damit zu tun, dass wir nicht jede Personalentscheidung richtig getroffen haben. Es hat damit zu tun, dass ein wahnsinniges Verletzungspech hinzukommt.“
Weitere Faktoren sind strukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen: „Es hat sicher auch damit zu tun, dass wir strukturell mit einigen Dingen zu kämpfen haben, wo wir wirtschaftlich nachsteuern mussten. Und wenn du dann einmal so einen Scheißstart hast wie wir in diese Saison, dann schleppst du plötzlich auch einen Rucksack mit dir herum.“
Der Geschäftsführer räumt ein: „Wir müssen anerkennen, dass die Konkurrenz einige Dinge besser gemacht hat.“
Personalwechsel nach Fehlstart
Nach dem schlechten Saisonstart mussten mit Trainer Raul Alonso und Sportchef Bastian Roscheck zwei wichtige Positionen neu besetzt werden. Günther verteidigt die ehemaligen Mitarbeiter: „Um es ganz klar zu sagen: Ich mache weder Basti noch Raul einen Vorwurf. Beide haben alles dafür getan, dass das klappen kann. Es ging am Ende des Tages leider Gottes nicht auf.“
Was der redegewandte Geschäftsführer nicht explizit erwähnt: Die Personalverantwortung für diese Entscheidungen lag letztlich bei ihm selbst. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, aus den gemachten Erfahrungen zu lernen und sowohl kurzfristig den Klassenerhalt zu schaffen als auch langfristig stabil aufzustellen.



