Spannendes Unentschieden in grell-pinken Trikots
In einem außergewöhnlichen Spiel der Handball-Champions-League hat der SC Magdeburg acht Sekunden vor Schluss den Ausgleich bei Wisla Plock zum 29:29 erzielt. Damit verhinderte der Titelverteidiger die erste Niederlage im Wettbewerb gegen die starken Polen, die in auffälligen pinken Trikots aufliefen.
Rätselhafter Ausfall des Isländers
Bereits vor Anpfiff sorgte eine Abwesenheit für Gesprächsstoff: Omar Ingi Magnusson fehlte im Magdeburger Aufgebot. Kommentator Markus Götz erklärte live: „Er fehlt aus persönlichen Gründen. Aber man hat uns versichert von Seiten des SCM, dass alles in Ordnung ist.“
Bereits am Dienstag hatte Trainer Bennet Wiegert angedeutet: „Es kann sein, dass ich jemanden aufgrund einer privater Angelegenheit zu Hause lasse. Es ist aber überhaupt nichts Dramatisches, eher etwas Gutes.“ Mehr Details nannte er nicht. Klar ist jedoch: Beim Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag gegen die MT Melsungen wird der isländische Nationalspieler wieder im Team erwartet.
Pinke Trikots für wohltätigen Zweck
Das grelle Outfit der polnischen Mannschaft hatte einen ernsten Hintergrund. Götz erläuterte während der Übertragung: „Das ist einem guten Zweck geschuldet. Es wird so viel wie möglich Geld gesammelt und darauf aufmerksam gemacht, dass Geld notwendig ist für einen siebenjährigen Jungen, für den sich Wisla Plock sehr stark macht.“
Der schwer erkrankte Junge erhält damit internationale Unterstützung – auch der SC Magdeburg solidarisierte sich mit der Aktion. Eine bemerkenswerte Geste beider Teams auf der europäischen Handballbühne.
Sportlich hart umkämpfte Begegnung
Sportlich gab Wisla Plock von Beginn an den Ton an. Die Polen spielten mutig, gingen früh in Führung und hielten den Titelverteidiger auf Distanz. Zur Halbzeit stand es 14:12 für die Gastgeber. Die Magdeburger kämpften verbissen, doch der Rückstand blieb zunächst bestehen.
Kurios wurde es zehn Minuten vor Schluss: Trainer Wiegert wollte eine Auszeit nehmen, schlug gleich zehnmal auf den Buzzer – doch das Signal blieb aus. In der Schlussphase eskalierte die Spannung dann vollends.
Dramatisches Finale mit Happy End
Eine Minute vor Ende lag der SCM mit 28:29 zurück. 32 Sekunden vor Schluss: Siebenmeter! Matthias Musche trat an – und verwarf! Doch die Gäste blieben im Ballbesitz. In letzter Sekunde gelang Gisli Kristjansson der entscheidende Treffer zum 29:29.
Acht Sekunden verblieben – Plock warf daneben! Damit sicherte sich Magdeburg einen Punkt, der sportlich zwar verkraftbar ist, da das Viertelfinale bereits sicher erreicht wurde, aber moralisch von großem Wert sein könnte.
Das Spiel zeigte einmal mehr: In der Handball-Champions-League ist bis zum letzten Wurf nichts entschieden. Und manchmal stehen neben dem sportlichen Wettkampf auch menschliche Werte im Mittelpunkt.



