Füchse Berlin im Transfer-Poker um dänischen Superstar
Die Füchse Berlin, die 2025 erstmals Deutscher Handball-Meister wurden, bauen weiter an einer absoluten Top-Mannschaft. Geschäftsführer Bob Hanning (58) verfolgt eine klare Vision: Er will in Berlin eine Truppe formen, die jährlich um Meisterschaft und Champions-League-Titel kämpfen kann. Neben Welthandballer Mathias Gidsel (27), der bereits im Team ist, und Superstar Dika Mem (28), der spätestens 2027 vom FC Barcelona wechselt, spielt der dänische Nationalspieler Simon Pytlick (25) eine Schlüsselrolle.
Pytlick drängt auf früheren Wechsel nach Berlin
Eigentlich steht Pytlicks Wechsel von der SG Flensburg-Handewitt erst für den Sommer 2027 fest. Doch der Däne, der wie sein Landsmann Gidsel Welt- und Europameister sowie Olympiasieger ist, möchte deutlich früher in die Hauptstadt. In einem Interview mit dem dänischen Portal „tv2“ sprach Pytlick offen über sein verlorenes Vertrauen in die Flensburger Führung und machte indirekt klar: Berlin statt Flensburg – und das möglichst sofort! Damit hat er den Turbo im Transfer-Krimi gezündet.
Sein Vertrag bei der SG Flensburg läuft noch bis 2030, für 2026 gibt es keine Ausstiegsklausel. Die Füchse müssten also eine Ablösesumme zahlen – und wären dazu laut Berichten auch bereit. Verschiedene Medien sprechen von Beträgen zwischen einer und 1,5 Millionen Euro. Sollte der Transfer 2026 über die Bühne gehen, würde damit ein neuer Rekord in der Daikin Handball-Bundesliga (HBL) aufgestellt.
Rekordsummen im Raum – Pokerspiel der Verantwortlichen
Der bisherige Transferrekord der HBL liegt bei rund 500.000 Euro. In dieser Größenordnung bewegten sich die Wechsel von Kai Häfner (2019 von Hannover nach Melsungen), Manuel Zehnder (2024 von Erlangen nach Magdeburg), Marko Grgic (2025 von Eisenach nach Flensburg) und Dominik Kuzmanovic (im kommenden Sommer von Gummersbach nach Magdeburg). Der Weltrekord datiert aus dem Jahr 2015, als Nikola Karabatić für zwei Millionen Euro vom FC Barcelona zu PSG wechselte.
Beide Geschäftsführer versuchen nun, die aufgeflammte Aufregung herunterzufahren. Holger Glandorf (42) von der SG Flensburg betont: „Wir planen mit Simon bis 2027. Ich bin überzeugt, dass wir alle Profis genug sind, mit dieser Situation klarzukommen.“ Bob Hanning von den Füchsen Berlin erklärt auf Nachfrage: „Dass wir Simon gern eher verpflichten würden als 2027, ist bekannt, aber es gilt auch zu respektieren, dass er in Flensburg einen Vertrag hat.“
Strategisches Pokerspiel um Millionenbeträge
Doch hinter den diplomatischen Worten verbirgt sich ein hartes Pokerspiel. Glandorf weiß genau, dass er eine siebenstellige Summe für einen unzufriedenen Spieler, der spätestens 2027 ohnehin geht, kaum ablehnen kann. Hanning wiederum ist erfahren genug, um zu wissen, dass zu offensive Aussagen den Preis in die Höhe treiben würden.
Deshalb tritt der Berliner Geschäftsführer demonstrativ auf die Bremse: „Das sind unrealistische Summen, die da kolportiert werden. Wir werden den Blick fürs Machbare nicht verlieren. Wir sind nicht bereit, alles zu zahlen. Dann warten wir eben noch ein Jahr auf Simon Pytlick.“ Gleichzeitig signalisiert er Gesprächsbereitschaft: „Sollte es gewünscht sein, gehen wir gern in ein Gespräch mit Flensburg, um einen tragbaren Weg für alle Beteiligten zu finden.“
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Füchse Berlin ihren Wunschspieler bereits 2026 verpflichten können und damit einen neuen Transferrekord in der Handball-Bundesliga aufstellen werden. Fest steht: Bob Hanning schraubt weiter am nächsten Mega-Deal für seine Berliner Truppe.



