SC Magdeburg erkämpft spätes Unentschieden bei Wisla Plock
Titelverteidiger SC Magdeburg hat in der Handball-Champions League erstmals einen Punkt abgegeben. Bei Polens Meister Wisla Plock sicherten sich die Elbestädter in einer dramatischen Schlussphase ein 29:29 (12:14). Damit bleibt der SCM in der Gruppenphase weiterhin ungeschlagen, musste aber nach mehreren Siegen zum ersten Mal mit einem geteilten Punkt zufrieden sein.
Magdeburg kämpft sich aus Rückstand zurück
Ohne den verletzten Omar Ingi Magnusson, der aus privaten Gründen fehlte, reiste der SC Magdeburg nach Polen. Für Magnusson stand Sebastian Barthold im Kader, der auf der Linksaußen-Position begann. Die Magdeburger Abwehr hatte insbesondere mit den Rückraumwürfen von Sergei Kosorotov erhebliche Probleme. Zudem vergab der Titelverteidiger in der Anfangsphase mehrere klare Torchancen, was zu einem frühen 3:5-Rückstand in der siebten Minute führte.
Auch die Gastgeber zeigten sich nicht fehlerfrei, nutzten aber einen konzentrierten Zwischenspurt kurz vor der Pause, um sich mit zwei Toren Vorsprung in die Kabine zu retten. Nach der Halbzeitpause setzte sich diese negative Entwicklung für Magdeburg zunächst fort: Technische Fehler und zahlreiche Fehlwürfe ließen Wisla Plock auf bis zu sechs Treffer davonziehen (12:18 in der 35. Minute).
Wiegerts deutliche Worte und die späte Reaktion
„Ich frage mich, was wir in der Kabine eigentlich besprochen haben“, schimpfte SCM-Trainer Bennet Wiegert während einer Auszeit deutlich. Seine deutlichen Worte zeigten zunächst nur begrenzte Wirkung. Zwar gelang Magdeburg eine leichte Verkürzung, doch defensiv fehlte dem Titelverteidiger über lange Strecken der notwendige Zugriff, um eine ernsthafte Aufholjagd zu starten.
Erst in der absoluten Schlussphase fand der SC Magdeburg wieder zu seiner gewohnten Souveränität zurück. Die Elbestädter arbeiteten sich mühsam heran und reduzierten den Rückstand auf nur noch ein Tor (26:27 in der 56. Minute). In einer atemberaubenden Schlusssekunde glich dann Gisli Kristjansson zum 29:29 aus und sicherte seinem Team damit den wichtigen Punkt.
Beste Werfer und Ausblick auf Barcelona
Bei den Magdeburger Torschützen ragten Matthias Musche und Albin Lagergren heraus, die mit je fünf Treffern die erfolgreichsten Werfer des SCM waren. Im nun anstehenden Duell um den Gruppensieg empfängt Magdeburg mit 23 Punkten nächste Woche den FC Barcelona, der mit 22 Punkten dicht aufrückt. Dieses Spitzenspiel verspricht weitere Handball-Höchstspannung in der Königsklasse.
Die Leistung in Plock zeigt, dass der Titelverteidiger auch in schwierigen Auswärtssituationen charakterstark reagieren kann. Dennoch wird das Team um Trainer Wiegert an den defensiven Schwächen arbeiten müssen, die im polnischen Plock deutlich zu Tage traten.



