Handball-Drama in Vorpommern: Torgelows Frauenmannschaft zieht sich aus Liga zurück
Ein schwerer Schlag für den Handballsport in Vorpommern: Der Handballsportverein (HSV) Greif Torgelow hat seine Frauenmannschaft für die verbleibende Spielzeit 2025/2026 in der Bezirksoberliga überraschend zurückgezogen. Alle bereits ausgetragenen Partien der Saison wurden annulliert, was einen tiefen Einschnitt für den regionalen Spielbetrieb bedeutet.
Eine schwierige Entscheidung mit weitreichenden Folgen
Diese Entscheidung fiel dem Verein und allen Beteiligten außerordentlich schwer. „Die Mädels hätten sehr gerne den Spielbetrieb fortgesetzt“, betonte Trainer Benjamin Schultz mit Nachdruck. Am kommenden Samstag wäre in der Meisterschaft der Wolgaster HV als nächster Gegner an der Reihe gewesen, doch daraus wird nun nichts mehr.
Das vorzeitige Saisonaus für den HSV hat mehrere gravierende Gründe. „Vor allem mehrere Schwangerschaften reißen ein großes Loch in den Kader“, erklärte Schultz, der zusätzlich für das Torgelower Männer-Team aktiv ist. Hinzu kommen gesundheitliche und berufliche Schwierigkeiten bei weiteren Spielerinnen, die den personellen Engpass weiter verschärften.
Der Trainer führte aus: „Wir mussten bereits zwei Spiele verlegen und mit Blick auf die restliche Saison wäre eine reibungslose Durchführung kaum zu stemmen gewesen.“ Die Situation hatte sich so zugespitzt, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs nicht mehr verantwortbar erschien.
Herren starten mit Ambitionen in die Pokalrunde
Während die Frauenmannschaft ihre Saison beenden musste, setzen die Herren des HSV Greif Torgelow nach eineinhalbmonatiger Spielpause nun ihre Saison fort. Am Sonntag geht es ab 12 Uhr beim Penzliner SV im Bezirkspokal um den Einzug in die begehrte Finalrunde.
„Das ist ganz klar unser Ziel“, setzte HSV-Spieler Connor Tramp den Fokus entschlossen auf den 9. Mai, wenn es beim Endrundenturnier um die Pokalkrone geht. In Penzlin laufen die Torgelower mit einem gut besetzten Kader auf und haben im Schlepptau einen 35:14-Sieg aus der Meisterschaftsrunde gegen den Penzliner SV.
Doch am Sonntag fängt für alle in der Sporthalle Bürgerzentrum alles wieder bei null an. Tramp machte sich im Vorfeld der Pokalpartie einige Sorgen über die Auswirkungen der längeren Spielpause. Seit dem 17. Januar ist Greif ohne Wettkampfpraxis, was eine besondere Herausforderung darstellt.
Zwei Ziele fest im Blick der Herrenmannschaft
„Wir müssen uns schnell einspielen, um in den wöchentlichen Rhythmus wieder zurückzufinden“, erklärte Tramp, der mit seinem Team im Pokal und in der Meisterschaft zwei ambitionierte Ziele fest im Blick hat. Der Tabellenvierte hat nach sieben Partien in der Bezirksoberliga 8:6-Punkte auf dem Konto und rechnet sich realistische Chancen aus, noch hoch auf die Medaillenränge zu klettern.
Mit zwei Spielen und lediglich vier Punkten Rückstand ist dieses Vorhaben tatsächlich durchaus realistisch. Die Mannschaft zeigt sich trotz der Rückschläge bei den Frauen motiviert und will in beiden Wettbewerben voll angreifen.
Die Situation beim HSV Greif Torgelow verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen viele Vereine im Amateursport stehen. Personelle Engpässe, gesundheitliche Probleme und berufliche Verpflichtungen können schnell die Existenz einer Mannschaft gefährden – ein Phänomen, das besonders in ländlichen Regionen wie Vorpommern immer wieder auftritt.



