Handballerinnen des SV Warnemünde zittern weiter um den Klassenerhalt
Das Damoklesschwert des Abstiegs aus der Viertklassigkeit schwebt weiterhin bedrohlich über den Köphofen der Handballerinnen des SV Warnemünde. Im spannenden MV-Derby der Regionalliga Ostsee-Spree reichte es für das Team von Trainer Gerald Hein beim Stralsunder HV lediglich zu einem knappen 26:26-Unentschieden. Damit bleibt der Klassenerhalt vor den beiden verbleibenden Spieltagen der Saison weiterhin ungewiss und nicht perfekt abgesichert.
Starker Start und taktische Wendungen
Die Damen aus dem Ostseebad starteten äußerst stark in die wichtige Partie und konnten über weite Strecken der ersten Halbzeit eine klare Führung erarbeiten. Bereits in der fünften Minute führten sie mit 4:1, steigerten sich auf 8:4 in der elften Minute und hielten bis zur 19. Spielminute eine komfortable 12:8-Führung. „Bis zu diesem Zeitpunkt wurde unser Matchplan wirklich gut umgesetzt und die Mannschaft zeigte sich sehr diszipliniert“, analysierte Trainer Gerald Hein nach dem Spiel.
Doch dann kam die taktische Wende: Der Stralsunder HV fand immer besser ins Spiel, während die Warnemünderinnen sich zunehmend Fehler leisteten und Unstimmigkeiten in der defensiven Organisation auftraten. „Das war ein deutlicher Warnschuss für uns, zumal der SHV bekanntlich niemals aufgibt und bis zum Schluss kämpft“, so Hein über den Zwischenstand von 15:15 zur Halbzeitpause.
Zweite Halbzeit mit wechselnder Dominanz
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeberinnen aus Stralsund deutlich das Kommando auf dem Feld. Deren Trainer Jörn Tutties hatte zusätzlich zu einem taktischen Mittel gegriffen und setzte auf zwei offensive Manndeckungen, die das Spiel der Warnemünderinnen erheblich störten. Die Mannschaft aus Rostock benötigte ganze neun lange Minuten für ihren ersten Treffer in der zweiten Halbzeit – lediglich der Anschluss zum 16:17 gelang.
Zwei weitere Bälle fanden anschließend den Weg in das von Neuzugang Leonie Büchert in der zweiten Halbzeit gut gehütete SVW-Tor, wodurch sich der Stralsunder HV auf 19:16 absetzen konnte. „Wir schafften es einfach nicht, die Verantwortung mit dem Ball auf breite Schultern zu verteilen und leisteten uns deutlich zu viele individuelle Fehler in entscheidenden Situationen“, kritisierte Gerald Hein die Leistung seiner Mannschaft in dieser Phase.
Spannendes Finale mit spätem Ausgleich
Trotz der schwierigen Phase übernahm das Team aus Warnemünde kurzzeitig wieder die Herrschaft auf dem Feld und führte in der 50. Minute mit 22:20. Doch das Absitzen einer Strafzeit nutzte der Kontrahent geschickt aus – ein Dreierpack von Althaus brachte den Stralsunder HV auf 23:22 in der 52. Minute zurück ins Spiel.
Noch nach genau 55 Minuten und 43 Sekunden Spielzeit lagen die Gäste aus Warnemünde mit 24:26 im Rückstand und schienen bereits auf eine Niederlage zuzusteuern. In dieser kritischen Situation bewiesen die Handballerinnen jedoch erneut ihren Kampfgeist: Zielgenaue Würfe von Sabrina Prommer brachten in den Schlusssekunden den verdienten 26:26-Ausgleich.
Tabellensituation und Ausblick
Mit dem einen Punkt aus dem Unentschieden verbesserten sich die Handballerinnen des SV Warnemünde auf insgesamt 21:19 Punkte und belegen vor den letzten beiden Spieltagen der Saison weiterhin Rang sieben in der Tabelle der Regionalliga Ostsee-Spree. „Für uns war es natürlich frustrierend, nicht den endgültigen Klassenerhalt bereits heute geschafft zu haben“, resümierte Trainer Gerald Hein nach der Partie.
Die Mannschaftsaufstellung des SV Warnemünde im Überblick:
- Torhüterinnen: Knoop, Büchert, Bladt
- Feldspielerinnen: Brockhoff (2 Tore), Levigeon, Petersen (1), C. Kellert (3/3), Gotzian, Schulz (2), Meschede (2), Schreier, Godglück (2), Kaden (2), Jodmikat (5), Prommer (6/1)
Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Josy Jodmikat mit fünf Treffern und Sabrina Prommer, die nicht nur sechs Tore erzielte, sondern auch den späten Ausgleich zum Endstand von 26:26 sicherstellte. Die letzten beiden Spieltage der Saison werden nun entscheiden, ob der SV Warnemünde die Klasse in der Regionalliga Ostsee-Spree tatsächlich halten kann.



