Marco Hucks riskantes Comeback: Mit 41 zurück im Boxring
Marco Huck, ein Name der deutschen Boxgeschichte, wagt ein spektakuläres Comeback. Mit 41 Jahren steigt der ehemalige Cruisergewicht-Weltmeister am Samstagabend in Halle/Westfalen wieder in den Ring. Sein Gegner: der Tscheche Vaclav Pejsar. Doch hinter der Rückkehr des Ex-Champions stehen große Fragen und noch größere Ambitionen.
Der Kampf um den eigenen Ruf
Über sein Comeback musste Huck zunächst grübeln. „Ich möchte ja nicht meinen Namen verbrennen, das geht ganz schnell“, erklärte der Boxer. „Den Legendenstatus habe ich wirklich zementiert - und man kann das quasi mit einem Kampf kaputt machen.“ Trotz dieser Bedenken hat sich Huck für die Rückkehr entschieden und gibt sich kämpferisch: „Noch in diesem Jahr wolle ich wieder Weltmeister sein“, verkündete er in einem Interview.
Sportliche Zweifel und Altersfrage
Seinen letzten großen Kampf bestritt Huck vor achteinhalb Jahren, als er gegen den heutigen Box-Superstar Oleksandr Usyk durch technischen K.o. verlor. Seitdem folgten nur kleinere Kämpfe, und vor anderthalb Jahren zeigte ein erstes Comeback mit mäßigem Erfolg gegen Evgenios Lazaridis deutliche Schwächen. Huck selbst gab damals eine gebrochene Mittelhand als Grund an.
Sein langjähriger Coach Uli Wegner äußert Zweifel: „Ich glaube nicht, dass er noch mal so hart wie früher trainieren kann.“ Huck kontert: „Zu meiner besten Zeit war das Training immer ein Manko bei mir, manchmal bin ich wirklich aus der Kneipe in den Ring gegangen.“ Jetzt betont er intensives Training.
Die große Vision: Zurück an die Weltspitze
Huck verweist auf Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko, der mit 49 Jahren über ein Comeback nachdenkt: „Deswegen, das sind nur Zahlen. Das hängt wirklich davon ab, wie man gelebt hat und wie sich der Körper auch fühlt.“ Sein Körper fühle sich sehr gut, so Huck.
Sein Ziel ist klar: „Jeder, der mich kennt, weiß, wenn ich etwas mache, will ich der Beste sein.“ Besonders im Visier hat er den deutschen Boxer Agit Kabayel, der aktuell den WM-Interimsgürtel des WBC-Verbandes trägt. „Ich würde den sofort boxen“, erklärt Huck kämpferisch.
Rückkehr an den Ort des Triumphs
Der Kampf in Halle/Westfalen ist für Huck emotional aufgeladen. Hier stieg er 2009 im Cruisergewicht zum Weltmeister auf und verteidigte den Titel danach 13 Mal erfolgreich. Die Veranstalter rechnen mit rund 5.000 Zuschauern. Für Huck ist es der 51. Profikampf seiner Karriere.
Nicht immer agierte er technisch sauber, war auch für unfaire Aktionen bekannt. Aber gekämpft hat er immer mit vollem Einsatz. Diesen Willen will er nun erneut unter Beweis stellen - mit seinem gesamten Ruf als Einsatz.



