Bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in London haben die hochfavorisierten Chinesinnen erst nach mehr als drei Stunden über WM-Gold jubeln können. Um ein Haar wäre die Siegesserie gerissen. China gewann zum 24. Mal den Mannschaftstitel der Frauen und feierte im sechsten Finalduell mit Deutschlands Halbfinalbezwinger Japan bei einem WM-Turnier nacheinander einen 3:2-Zittersieg. Damit sicherte sich das Team um die Weltranglistenerste Sun Yingsha das siebte WM-Gold in Folge.
Japanerinnen warten weiter auf ersten WM-Triumph seit 1971
Die Japanerinnen müssen weiter auf ihren ersten WM-Triumph seit 1971 warten. Letzter Titelträger vor Chinas laufender Siegesserie war Singapur 2010 in Moskau. Europameister Deutschland war bei der Jubiläums-WM 100 Jahre nach den ersten Titelkämpfen ebenfalls in der britischen Metropole im Halbfinale mit 0:3 gegen Japan ausgeschieden. Schon durch den Einzug in die Runde der besten vier Teams hatten die Weltranglistenneunte Sabine Winter und ihre Mitspielerinnen die vierte WM-Medaille für eine deutsche Frauen-Mannschaft in der WM-Nachkriegsgeschichte sicher. Als zweite europäische Mannschaft schaffte Rumänien an der Themse den Sprung auf das Podium (0:3 im Halbfinale gegen China).
China drohte unerwartet der Sturz vom WM-Thron
Japan konnte die mit einem Trio aus den Top Seven der Weltrangliste angetretenen Chinesinnen einen Tag nach seinem Erfolg gegen die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nicht nur ärgern: Angesichts eines zweimaligen Rückstands drohte den Dauer-Siegerinnen völlig unerwartet der Sturz vom WM-Thron. Weltmeisterin Sun konnte jedoch beide Male ausgleichen und gab der Weltranglistenzweiten Wang Manyu nach mehr als drei Stunden Spielzeit die Vorlage zum Siegpunkt.
Männer-Finale: China gegen Japan
Im Anschluss an das Frauen-Finale findet im Männer-Endspiel (17.00 Uhr/Dyn) der zweite Teil des chinesisch-japanischen Länderkampfes statt. China will dabei nach dem Ende seiner 26 Jahre langen Serie von WM-Spielen ohne Niederlage in der zurückliegenden Vorrunde (1:3 gegen Südkorea und 2:3 gegen Schweden) zumindest sein seit 2001 gültiges Titel-Abonnement zum elften Mal verlängern. Der ebenfalls 24. WM-Titel für die Olympiasieger wäre gleichbedeutend mit dem 21. WM-Double für die Mannschaften aus dem Reich der Mitte. Japan, das im Viertelfinale die deutsche Mannschaft durch ein 3:1 aus dem Turnier geworfen hatte, hofft an der Themse auf seinen ersten WM-Triumph seit 1969 in München.
Im Halbfinale hatte sich China in der Neuauflage des WM-Endspiels von 2024 in Busan mit 3:1 gegen Europameister Frankreich durchgesetzt. Japan erreichte das Endspiel durch ein 3:0 gegen Taiwan.



