Ferraris »Macarena«-Flügel: Der rotierende Heckflügel sorgt in Shanghai für Furore
In der Formel-1-Welt dreht sich aktuell alles um einen besonderen Heckflügel. Beim Rennwochenende in Shanghai hat Ferrari seinen neuartigen rotierenden Heckflügel präsentiert, der bereits bei Testfahrten für Aufsehen gesorgt hatte. Der Flügel, der sich um 180 Grad drehen kann, wird im Paddock liebevoll als »Macarena«-Flügel bezeichnet – eine Anspielung auf den gleichnamigen Hit der Neunzigerjahre.
Technische Innovation unter dem neuen Reglement
Die Formel 1 startet mit ihrem neuen Reglement in China ins zweite Saisonrennen. Die 2026er-Autos sollen agiler und aerodynamisch effizienter werden. Dafür erhalten sie neue bewegliche Front- und Heckflügel, mit denen die Fahrer den Luftwiderstand auf den Geraden reduzieren können. Bei Ferrari geht diese Entwicklung jedoch einen Schritt weiter: Der verstellbare Element am Heckflügel klappt nicht nur, sondern dreht sich auch vollständig um.
Beim einzigen freien Training in China kam der spezielle Heckflügel früher als erwartet zum Einsatz. Eigentlich sollte die Innovation erst später in der Saison eingeführt werden. Ferraris Starfahrer Lewis Hamilton zeigte sich begeistert von der Entwicklung: »Es ist großartig zu sehen, dass das Team kämpft, das Team pusht, das Team jagt und wirklich Überstungen in der Fabrik macht, um die Upgrades zu liefern, denn darum geht es.«
Von Testfahrten zur Rennstrecke
Bereits bei den Testfahrten in Bahrain im Februar hatte Ferrari den rotierenden Heckflügel präsentiert. Haas-Fahrer Ollie Bearman war damals so geschockt, dass er Reportern erzählte, er habe gedacht, mit Hamiltons Auto stimme etwas nicht. Die ungewöhnliche Bewegung des Flügels erregte sofort Aufmerksamkeit.
Der Spitzname »Macarena«-Flügel soll auf Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur zurückgehen. Wie der Sender ESPN berichtet, hatte Vasseur den Flügel während der Vorsaisontests scherzhaft gegenüber dem französischen Sender »Canal+« so bezeichnet und dabei mit den Armen die Bewegung des Flügels imitiert. Videoausschnitte dieser Szene kursieren mittlerweile im Internet.
Feststimmung in der Ferrari-Garage
In Shanghai wird der Spitzname rege aufgegriffen. Sky-UK-Reporter Ted Kravitz und Expertin Bernie Collins drehten in der Ferrari-Garage den »Macarena«-Song auf, der dort zuvor bereits abgespielt worden sein soll, wie der Sender Sky UK und »Bild« berichten. Andere Journalisten tanzten sogar, während sie die Funktion des Flügels erklärten.
Die ungewöhnliche Namensgebung passt perfekt zur außergewöhnlichen Technik: Der rotierende Flügel erinnert tatsächlich an die charakteristischen Tanzbewegungen des Macarena-Hits aus den Neunzigerjahren.
Sportliche Auswirkungen noch unklar
Inwiefern sich der neue Flügel sportlich auf den Erfolg der Ferraris auswirken kann, bleibt vorerst ungewiss. Bei den Tests in Bahrain hatte Hamilton berichtet, er habe keinen Unterschied beim Einsatz des Flügels bemerkt. Experten vermuten jedoch, dass der rotierende Flügel auf den Geraden sogar leichten Auftrieb produzieren könnte. Möglich sei auch, dass der erzeugte Luftstrom nachfolgende Autos beeinflussen könnte.
Im China-Training rutschte Hamilton mit dem neuen Flügel bei Kurve sechs weg und landete in der Auslaufzone. Beim anschließenden Qualifying zum ersten Sprintrennen der Saison verzichtete Ferrari dann wieder auf den Macarena-Flügel. In der ersten Startreihe des Kurzrennens stehen die Melbourne-Doppelsieger George Russell und Kimi Antonelli im Mercedes, gefolgt von Vorjahresweltmeister Lando Norris im McLaren. Hamilton wurde Vierter, Charles Leclerc im zweiten Ferrari Sechster.
Unabhängig vom sportlichen Erfolg hat Ferraris Macarena-Flügel bereits jetzt für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die ungewöhnliche Kombination aus High-Tech-Engineering und Popkultur-Referenz zeigt, dass Innovation in der Formel 1 nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung stattfindet.



