Sophia Flörsch attackiert Machokultur im Motorsport
Die erfolgreichste Rennfahrerin der Welt, Sophia Flörsch (25), hat bei einem exklusiven Damenlunch in München scharfe Kritik an der Machokultur im Motorsport geübt. „Motorsport ist Machosport“, erklärte die Spitzenfahrerin gleich zu Beginn ihrer Rede. „Die Entscheidungsträger sind zumeist alte, weiße Männer, die von Frauen nichts halten. Erst recht, wenn sie lange blonde Haare haben und sich nicht vermännlichen.“
Kampf um Sponsoren und Chancengleichheit
Flörsch äußerte ihren großen Traum, als erste Frau in der Formel 1 Geschichte zu schreiben. „Ich möchte die Männer mit ihrem Spielzeug besiegen“, sagte die ambitionierte Rennfahrerin. Allerdings gesteht sie ein, dass dies ein weiter Weg sein wird. „Warum gibt es bisher keine Frauen in der Formel 1? Weil es dort keine Chancengleichheit gibt. Ich habe das Geld nicht, ich bräuchte Sponsoren, aber die kommen inzwischen vor allem aus Ländern, in denen die Frauen erst seit etwa zwei Jahren Autofahren dürfen.“
Uber-Chef kündigt Initiative für mehr Sicherheit an
Der Veranstaltung im Münchner Restaurant „Maison Tran“ lag eine besondere Bedeutung zugrunde. Uber Deutschlandchef Christoph Weigler (43) hatte anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentages (8. März) 35 einflussreiche Frauen eingeladen. Weigler verkündete eine konkrete Maßnahme: Sein Unternehmen wird verstärkt Fahrerinnen einstellen, die ausschließlich Frauen chauffieren, um für diese mehr Sicherheit zu schaffen.
Unter den prominenten Gästen befanden sich:
- Kaffeegräfin Stephanie von Pfuel (64)
- Aigner-Chefin Sybille Schön
- FDP-Politikerinnen Susanne Seehofer (35) und Patricia Riekel (76)
- Unternehmerin Bonita Grupp (36, Trigema)
- Juana Schwan, Chefin der Münchner Kunstmesse Highlights
Comeback nach schwerem Unfall
Sophia Flörsch begann ihre Motorsportkarriere bereits 2005 im Kartsport und arbeitete sich erfolgreich bis in die Formel 3 und Formel 4 hoch. Sie nahm sogar mehrfach am legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. 2018 erlitt sie beim Weltfinale der Formel 3 in Macau einen schweren Unfall bei etwa 276 km/h, der eine Wirbelsäulenfraktur zur Folge hatte.
„Ich weiß, dass ich großes Glück hatte und nur knapp einer Querschnittslähmung entging“, reflektiert Flörsch. „100 Tage später stieg ich wieder ins Rennauto. Weil ich nicht wollte, dass es heißt: klar hört das Mädchen auf. Ich habe nach dem Unfall für alle Frauen auf dieser Welt weitergemacht. Und natürlich aus Liebe zu dem Sport.“
Ihre mutigen Worte und ihre beeindruckende Karrieregeschichte ernteten tosenden Applaus von den anwesenden Damen. Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass der Kampf um Chancengleichheit im Motorsport weitergeht – und mit Sophia Flörsch eine starke Fürsprecherin gefunden hat.



