Formel 1: Abstimmung über neue Motoren-Messmethode zur Lösung des Verdichtungs-Streits
Im anhaltenden Motoren-Zoff der Formel 1 zeichnet sich eine mögliche Lösung ab. Der Weltverband FIA hat gemeinsam mit den Herstellern der Antriebseinheiten eine neue Messmethode entwickelt, die ab dem 1. August 2026 in Kraft treten könnte. Konkret geht es um das umstrittene Verdichtungsverhältnis im Verbrennungsmotor der Powerunits.
Neue Regel zur Messung bei Betriebstemperatur
Laut einer offiziellen Mitteilung der FIA wurde ein Vorschlag vorgelegt, wonach ab dem 1. August 2026 die Einhaltung der Verdichtungsverhältnisgrenze nicht nur unter normalen Umgebungsbedingungen, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius nachgewiesen werden muss. Diese Anpassung soll verhindern, dass Teams durch technische Tricks die statischen Testvorgaben umgehen können.
Die Hintergründe des Streits liegen in Vorwürfen der Konkurrenz gegen Mercedes. Dem Team wird vorgeworfen, einen Weg gefunden zu haben, die Verdichtung im Rennbetrieb auf 18:1 zu erhöhen, während bei den statischen Tests der FIA unter normalen Außentemperaturen der Grenzwert von 16:1 eingehalten wird. Die neue Messmethode soll diese Diskrepanz beseitigen und für mehr Fairness sorgen.
Abstimmung der Motorenhersteller läuft
Aktuell stimmen die Motorenhersteller über die Einführung dieser neuen Messmethode ab. Das Ergebnis der Abstimmung wird innerhalb der nächsten zehn Tage erwartet und soll zu gegebener Zeit öffentlich bekannt gegeben werden. Sollte die Mehrheit der Hersteller zustimmen, muss der Motorsportrat die Regeländerung noch formell bestätigen.
Die Entwicklung dieser neuen Messmethode erfolgte in intensiven Gesprächen zwischen der FIA und den Powerunit-Herstellern in den vergangenen Wochen und Monaten. Sie stellt einen Versuch dar, den schwelenden Konflikt um die technischen Regularien zu beenden, bevor er die kommende Saison überschattet.
Hintergrund: Das neue Formel-1-Reglement 2026
Die Diskussion um die Motorenregeln findet vor dem Hintergrund eines grundlegend neuen Reglements für die Formel-1-Saison 2026 statt, die am 8. März in Australien beginnt. Die wesentlichen Änderungen umfassen:
- Kleinere und leichtere Fahrzeuge mit veränderter Aerodynamik
- Reformierte Regeln für die Antriebseinheiten
- Begrenzung des klassischen Verbrennungsmotors auf 50 Prozent der Gesamtleistung
- Erhöhung des Batterieanteils auf 50 Prozent der Antriebsleistung
Diese Reformen sind nicht unumstritten. Red-Bull-Star Max Verstappen kritisierte die Entwicklung am Rande der Testfahrten in Bahrain scharf: "Ich möchte nicht, dass wir nah an die Formel E herankommen. Ich möchte eigentlich, dass wir uns davon fernhalten und Formel 1 bleiben." Der dreifache Weltmeister fügte hinzu, die Formel 1 sollte sich eigentlich auf "einen ordentlichen Motor" konzentrieren und die Batterieanteile reduzieren.
Die anstehende Abstimmung über die neue Messmethode für das Verdichtungsverhältnis zeigt, dass die technischen Diskussionen in der Königsklasse des Motorsports auch unter dem neuen Reglement weiterhin hochaktuell bleiben. Die Entscheidung der Motorenhersteller wird maßgeblich beeinflussen, wie fair und transparent der Wettbewerb in der kommenden Saison sein wird.



