Formel-1-Kalender schrumpft nach Nahost-Eskalation
Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat nun auch direkte Auswirkungen auf die Königsklasse des Motorsports. Der Motorsport-Weltverband Fia hat die beiden Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien für diese Saison ersatzlos gestrichen. Damit schrumpft der Rennkalender der Formel 1 von ursprünglich 24 auf nur noch 22 Veranstaltungen.
Zwei WM-Läufe fallen ersatzlos aus
Die für den 12. und 19. April angesetzten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien werden nicht stattfinden. Bereits am Freitag hatte der TV-Sender Sky über den Ausfall der beiden Veranstaltungen berichtet. Die Entscheidung fiel nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Region, die zu erheblichen Sicherheitsbedenken führte.
Der April bleibt damit komplett Formel-1-frei. Die nächste Veranstaltung findet erst wieder am 3. Mai in Miami statt. Diese ungewollt lange Pause unterbricht den Saisonverlauf erheblich und stellt Teams sowie Veranstalter vor logistische Herausforderungen.
Vorgeschichte der Absagen
Bereits Ende Februar zeichneten sich Probleme ab, als die geplanten Reifentests von Pirelli in Bahrain gestrichen werden mussten. Die Veranstaltung auf dem Bahrain International Circuit wurde damals „aufgrund der sich verschärfenden internationalen Lage aus Sicherheitsgründen“ abgesagt.
Die aktuelle Krise begann am Morgen des 28. Februar, als Israel und die Vereinigten Staaten den Iran angriffen. In der Folge attackierte die Führung in Teheran Israel sowie mehrere US-Militärstützpunkte in der Region. Die arabischen Golfstaaten, zu denen auch Bahrain und Saudi-Arabien gehören, beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen, was die Sicherheitslage zusätzlich verkompliziert.
Auswirkungen auf die Formel-1-Saison
Trotz der Absagen im Nahen Osten konnte das Auftaktrennen in Melbourne am vergangenen Sonntag wie geplant über die Bühne gehen. Allerdings mussten Hunderte Mitarbeiter rund um die Formel 1 ihre Reisepläne ändern, da zunächst Lufträume im Nahen Osten gesperrt waren und alternative Routen gefunden werden mussten.
An diesem Sonntag steht der Große Preis von China in Shanghai auf dem Programm. Zwei Wochen später folgt das Rennen auf dem Traditionskurs im japanischen Suzuka. Danach beginnt die ungewollt lange Pause, die erst Anfang Mai in Miami endet.
Geplante Rückkehr in den Nahen Osten
Die Formel 1 plant trotz der aktuellen Absagen noch in diesem Jahr eine Rückkehr in den Nahen Osten. Für den 29. November ist der Grand Prix von Katar angesetzt, und traditionell als Saisonabschluss soll am 6. Dezember das Rennen in Abu Dhabi stattfinden. Diese beiden Veranstaltungen sollen das Formel-1-Jahr 2026 beschließen, sofern sich die Sicherheitslage bis dahin beruhigt hat.
Die Streichung der beiden Rennen markiert einen deutlichen Einschnitt für die Formel 1, die seit Anfang der 2000er Jahre regelmäßig im Nahen Osten gastiert. In Bahrain wird seit 2004 auf dem Bahrain International Circuit in Sakhir gefahren. Die aktuelle Entscheidung unterstreicht, wie stark internationale Sportveranstaltungen von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst werden können.



