Formel 1 vor Saisonstart im Krisenmodus: Iran-Krieg kostet 1,9 Milliarden Dollar
Formel 1: Iran-Krieg kostet 1,9 Milliarden Dollar

Formel 1 vor Saisonstart im Krisenmodus: Iran-Krieg kostet 1,9 Milliarden Dollar

Die Formel 1 steckt in einer schweren Krise. Seit Beginn des Iran-Krieges hat die Königsklasse des Motorsports unter der Führung der Liberty Media Corp. satte 1,9 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren. Die anhaltenden Sorgen um die Sicherheit der Rennen im Nahen Osten belasten die Serie massiv. In dieser Woche fiel die Aktie von Liberty Formula One an der New Yorker Börse um mehr als sieben Prozent. Bloomberg.com hatte als erstes über diesen dramatischen Einbruch berichtet.

Unsicherheit überschattet Saisonauftakt

Die neue Saison startet zwar wie geplant an diesem Wochenende in Melbourne mit dem ersten von insgesamt 24 Rennen im Jahr 2026. Doch die beiden Läufe im nächsten Monat in Bahrain vom 10. bis 12. April und in Saudi-Arabien vom 17. bis 19. April gelten aufgrund der zugespitzten Konflikte in der Region als höchst ungewiss. Diese Unsicherheit lastet wie ein Damoklesschwert über der gesamten Branche.

Boom trifft auf geopolitische Krise

Besonders bitter: Der Konflikt trifft die Formel 1 in einer Phase wachsender Popularität und wirtschaftlicher Stärke. Vor allem in den USA ist das Interesse am Motorsport in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen – maßgeblich befeuert durch die erfolgreiche Netflix-Serie „Formula 1: Drive to Survive“ und den Kinofilm „F1: The Movie“. Diese steigende Beliebtheit hatte den Aktienkurs der Liberty Media zuvor beflügelt. Die Marktkapitalisierung liegt trotz der jüngsten Verluste weiterhin bei über 21 Milliarden US-Dollar.

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Zum Vergleich: Liberty Media hatte die Formel 1 im Jahr 2017 für 4,4 Milliarden US-Dollar übernommen. Der Börsenwert ist also in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches gestiegen, bevor nun der Iran-Krieg diese positive Entwicklung abrupt bremst.

Finanzielle Verflechtungen mit der Krisenregion

Die wirtschaftlichen Verbindungen der Formel 1 in den Nahen Osten sind tief und vielschichtig. So hält der saudische Staatsfonds Public Investment Fund eine bedeutende Minderheitsbeteiligung am Aston-Martin-Team. Gleichzeitig kontrollieren Mumtalakat aus Bahrain und CYVN Holdings aus Abu Dhabi gemeinsam den traditionsreichen Konkurrenten McLaren. Diese engen Verflechtungen machen die Serie besonders anfällig für politische und militärische Spannungen in der Region.

Regeländerungen bereiten technische Probleme

Sportlich soll die Saison 2026 mit umfangreichen Regeländerungen, insbesondere bei der Motorleistung, für zusätzliche Brisanz sorgen. Während McLaren in den vergangenen beiden Jahren das dominierende Team war und Mercedes nun als Favorit auf die Teammeisterschaft gehandelt wird, kämpfen andere Teams mit den technischen Umstellungen.

Aston Martin, kontrolliert vom kanadischen Milliardär Lawrence Stroll (66), hat mit massiven Problemen zu kämpfen. Besorgniserregende Vibrationen der Fahrzeuge bergen nach aktuellen Erkenntnissen die Gefahr dauerhafter Nervenschäden bei den Piloten. George Russell (28), Pilot der Silberpfeile von Mercedes, wird derweil als Top-Favorit auf den Einzeltitel gehandelt.

Saisonauftakt in Melbourne im Zeichen der Krise

In Melbourne laufen derweil die Vorbereitungen für den Saisonauftakt auf Hochtouren. Die Trainingsläufe finden heute statt, das Qualifying ist für Samstag angesetzt. Das Hauptrennen am Sonntag startet um 5 Uhr deutscher Zeit. Doch die anhaltende Krise im Nahen Osten und die finanziellen Einbrüche werfen ihre Schatten voraus auf das, was eigentlich ein Fest des Motorsports sein sollte.

Die Formel 1 steht an einem Scheideweg. Einerseits ist sie populärer denn je, andererseits bedrohen geopolitische Konflikte ihre wirtschaftliche Stabilität und den sportlichen Fahrplan. Wie die Verantwortlichen um den seit 2025 als stellvertretenden Vorsitzenden aktiven Dob Bennett (68) diese Krise meistern werden, bleibt abzuwarten. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft der Königsklasse.

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