Formel-1-Stars zerreißen neue Regeln: Verstappen droht mit Karriereende
Formel-1-Stars zerreißen neue Regeln: Verstappen droht mit Ausstieg

Formel-1-Stars zerreißen neue Regeln: Verstappen droht mit Karriereende

Die Formel 1 steht vor einer tiefgreifenden Krise, die von ihren größten Stars ausgelöst wurde. Während der Auftakttests in Bahrain ließen Max Verstappen, Lewis Hamilton und Fernando Alonso kein gutes Haar an der neuen Wagen-Generation, die durch ein umfassendes Reglement eingeführt wurde. Die Kritik reicht von technischen Mängeln bis hin zu existenziellen Zweifeln an der Zukunft der Königsklasse des Motorsports.

Verstappens vernichtendes Urteil: „Hat mit Formel 1 nichts zu tun“

Max Verstappen, der viermalige Weltmeister, zeigte sich während der Testfahrten in Sakhir ungewöhnlich desillusioniert. „Um ehrlich zu sein, machte das Fahren gerade gar keinen Spaß“, ätzte der Red-Bull-Pilot und verschärfte seine Kritik noch weiter: „Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun. Es fühlt sich eher an wie die Formel E auf Steroiden.“

Der Niederländer kritisierte insbesondere die gravierenden Veränderungen durch das neue Reglement. Die Autos sind nun leichter, kürzer und schmaler, doch das Hauptproblem sieht Verstappen im auf fast 50 Prozent gestiegenen Elektroanteil der 1,6-Liter-V6-Turbomotoren. „Ich liebe es, Vollgas zu fahren, aber im Moment kannst du so nicht fahren“, klagte der Champion.

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Energie-Management statt Rennfahrer-Instinkt

Das neue System zwingt die Piloten zu permanentem Energie-Management während der Rennen. Der Elektroschub setzt nur kurzzeitig ein, anschließend müssen die Fahrer durch sogenanntes Lift and Coast (Gas wegnehmen und rollen lassen) Energie zurückgewinnen. „Ich will einfach nur normal fahren. Jetzt erleben wir aber einen großen Rückschritt“, so Verstappens vernichtendes Fazit.

Der Red-Bull-Star vermisst bei der neuen PS-Generation Grip und Fahrgefühl und äußerte sogar zum wiederholten Male Zweifel an der Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere. „Ein Auto zu haben, das Rennen gewinnen kann, reicht mir nicht. Es muss auch Spaß machen, es zu fahren“, sagte der Niederländer, der bei Red Bull noch einen Vertrag bis Ende 2028 hat.

Norris kontert: „Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten“

Während Verstappen klagt, zeigt sich Weltmeister Lando Norris unbeeindruckt. „Ich habe es genossen“, sagte der Engländer nach seinen ersten Testkilometern und meinte spitz in Richtung des entthronten Champions: „Wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten. Die Formel 1 wandelt sich die ganze Zeit. Manchmal fährt man dabei besser, manchmal nicht so gut.“

Norris mag die Herausforderung, seinen Fahrstil neu auszurichten. Und außerdem bekomme er eine Menge Geld bezahlt, dürfe weiter schnelle Autos fahren, „um die Welt reisen und viel Spaß haben. Ich habe nichts zu beklagen.“

Alonso versteht die Kritik, Hamilton schüttelt den Kopf

Verständnis erntet Red-Bull-Pilot Verstappen dagegen von Fernando Alonso. „Ich kann die Kommentare von Max nachvollziehen, weil du als Fahrer den Unterschied in der Kurve machen willst, wenn du fünf km/h schneller fährst“, sagte der Aston-Martin-Pilot. „Jetzt musst du dich aber danach richten, wie viel Energie dein Motor auf der nächsten Gerade noch haben wird.“

Der zweimalige Weltmeister, der schon seit 2001 in der Formel 1 fährt, zerbricht sich aber über Regeländerungen längst nicht mehr groß den Kopf. „So ist die Formel 1 eben und so war sie schon immer“, sagte der Spanier.

Rekordweltmeister Lewis Hamilton zeigte sich in seinem ersten Jahr bei Ferrari ebenfalls unzufrieden. Das komplexe Energie-Management gefällt dem Engländer wie auch Verstappen nicht. „Kein Fan wird das verstehen. Es ist so komplex, so lächerlich komplex“, schimpfte der siebenmalige Weltmeister.

Sicherheitsbedenken bei Rennstarts

McLaren-Teamchef Andrea Stella macht sich indes Sorgen um die Sicherheit vor allem bei den Rennstarts, wenn die Fahrer den Ladedruck aufbauen müssen. Verpassen diese das richtige Timing, kann es zu Fehlstarts und im schlimmsten Fall zu frühen Kollisionen führen.

„Alle Teams und die Fia (Motorsportweltverband) sollten Verantwortung übernehmen, wenn es um die Anforderungen an das Startverfahren geht“, sagte Stella und forderte konkrete Änderungen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, die Ampel-Sequenz zu verlängern, um den Fahrern genügend Zeit für den Ladevorgang zu geben.

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Die explosive Debatte zeigt, dass die Formel 1 vor einer ihrer größten Herausforderungen steht. Während die Technologie voranschreitet, droht der Sport seinen Charakter und seine größten Stars zu verlieren. Ob die neuen Regeln den Motorsport wirklich voranbringen oder ihn in eine Identitätskrise stürzen, wird sich in der kommenden Saison zeigen.