Formel 1 sagt Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien nach militärischer Eskalation ab
Die Königsklasse des Motorsports wird in dieser Saison nicht in Bahrain und Saudi-Arabien fahren. Nach Informationen des Pay-TV-Senders Sky hat die Formel 1 die beiden für den 12. und 19. April geplanten Grand Prix gestrichen. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund der militärischen Eskalation im Nahen Osten, die durch den Angriff Israels und der USA auf den Iran Ende Februar ausgelöst wurde.
Rennkalender schrumpft auf 22 Veranstaltungen
Mit der Absage der beiden Rennen reduziert sich der Formel-1-Kalender für die aktuelle Saison von ursprünglich 24 auf nun nur noch 22 Veranstaltungen. Der vierte und fünfte Grand Prix der Saison fallen damit komplett aus. Ersatztermine wird es in diesem Jahr nicht geben, wie es auf der Internetseite von Sky heißt. Der April bleibt damit formel-1-frei, das nächste Rennen findet voraussichtlich erst am 3. Mai in Miami statt.
Sky als Rechtehalter gilt als besonders gut informiert, auch wenn eine offizielle Bestätigung der Pläne durch die Formel-1-Organisation noch aussteht. Die Absage betrifft zwei wichtige Stationen im Nahen Osten, wo die Formel 1 seit Anfang der 2000er Jahre regelmäßig gastiert.
Sicherheitsbedenken führen zu Absagen
Bereits Ende Februar hatte die sich verschärfende internationale Lage erste Auswirkungen auf den Motorsport gezeigt. Die geplanten zweitägigen Reifentests von Pirelli auf dem Bahrain International Circuit wurden „aufgrund der sich verschärfenden internationalen Lage aus Sicherheitsgründen“ abgesagt. Bahrain beherbergt seit 2004 Formel-1-Rennen in Sakhir und hatte in dieser Saison noch zwei Tests veranstaltet.
Die arabischen Golfstaaten, zu denen sowohl Bahrain als auch Saudi-Arabien zählen, beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen. Nach dem Angriff auf den Iran hatte die Führung in Teheran Israel sowie mehrere US-Militärstützpunkte in der Region attackiert, was die Sicherheitslage erheblich verschlechterte.
Logistische Herausforderungen für das Formel-1-Team
Das Saisonauftaktrennen in Melbourne konnte zwar wie geplant über die Bühne gehen, doch Hunderte Mitarbeiter rund um die Formel 1 mussten ihre Reisepläne aufgrund der zunächst gesperrten Lufträume im Nahen Osten ändern und auf alternative Routen ausweichen. Diese logistischen Herausforderungen unterstreichen die Komplexität der internationalen Rennserie in unsicheren geopolitischen Zeiten.
Für die Fans in Saudi-Arabien bedeutet die Absage, dass sie die Formel 1 in diesem Jahr wohl nicht vor Ort erleben werden. Das Land hatte sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des Formel-1-Kalenders entwickelt und investierte erheblich in die Motorsport-Infrastruktur.
Die Entscheidung zeigt, wie stark globale Sportereignisse von politischen und militärischen Entwicklungen beeinflusst werden können. Die Formel 1 muss nun mit einem verkürzten Kalender operieren, während die Sicherheit von Fahrern, Teams und Zuschauern oberste Priorität bleibt.



