Isack Hadjar: Der junge Red-Bull-Pilot im exklusiven Vorab-Interview
Am kommenden Sonntag startet die Formel 1 in Melbourne in die hochspannende neue Saison. In einem exklusiven Gespräch spricht der erst 21-jährige Red-Bull-Pilot Isack Hadjar über seine Erwartungen, die besonderen Herausforderungen an der Seite von Max Verstappen und seine Prognose für den kommenden Weltmeister.
Die neue Rolle neben dem viermaligen Weltmeister
Isack Hadjar wechselt nach nur einer Saison bei den Racing Bulls nun zum Top-Team Red Bull und findet sich direkt neben dem dominierenden Max Verstappen wieder. „Meine Rolle im Team ist extrem wichtig“, betont der junge Franzose. „Natürlich fahre ich das Auto – ich bin derjenige, der neben Max Verstappen die Arbeit erledigt. Aber in dieser Saison, mit den komplett neuen Regularien, ist das Feedback zum Auto wichtiger denn je.“
Das Verhältnis zu seinem erfahrenen Teamkollegen beschreibt Hadjar als ausgezeichnet: „Sehr gut. Er war auch schon vergangene Saison sehr nett. Er hilft den jungen Fahrern. Ich habe wirklich großes Glück, ihn an meiner Seite zu haben.“
Lernen vom Besten und die besondere Chance
Hadjar sieht in der Zusammenarbeit mit Verstappen eine einzigartige Chance: „Wir fahren dasselbe Auto, und er ist der beste Fahrer im gesamten Feld. Ich kann ihn als Referenz nutzen und das absolute Höchstniveau aus nächster Nähe erleben. Das ist für mich der optimale Weg, mich selbst kontinuierlich zu verbessern.“
Viele Fahrer haben es bereits neben Max Verstappen versucht, und mit wenigen Ausnahmen hatten alle erhebliche Schwierigkeiten. Hadjar bleibt dennoch optimistisch: „Es war schwierig, weil niemand annähernd an sein Niveau rangekommen ist. Dazu ist er schon eine lange Weile im Team, kennt alles und jeden. In dieses Team zu kommen, ist immer eine Herausforderung. Aber ich habe Glück – durch die umfassende Änderung der Regularien komme ich zu einem perfekten Zeitpunkt.“
Ziele mit dem neuen 2026er-Auto
Für Hadjar bedeutet die neue Saison auch eine Premiere: „Es ist das erste Mal, dass ich eine Reglement-Änderung in der Formel 1 aktiv miterleben darf. Ich habe meine Karriere bei den Racing Bulls begonnen, als das Auto schon mehr oder weniger fertig entwickelt war. Jetzt konnte ich konstruktiven Input geben, der vom Team auch tatsächlich angenommen wurde.“
Bei den Zielen setzt der junge Pilot auf Realismus: „Es geht jetzt nicht primär darum, das erste Rennen in Melbourne zu gewinnen. Es geht darum, das Team in die richtige Richtung zu lenken. Das ist eine völlig neue Aufgabe für mich. Und ich freue mich sehr darauf.“
Vergangenheit hinter sich lassen und Idole
In Melbourne erlebte Hadjar vergangenes Jahr einen denkwürdigen Saisonstart – er crashte bereits in der Einführungsrunde. Doch der Pilot hat das längst abgehakt: „Nein. Es ist völlig irrelevant und hat keinerlei Einfluss darauf, was dieses Jahr passieren wird. Ich halte mich nicht mit dem auf, was in der Vergangenheit liegt.“
Zu seinen großen Vorbildern zählen Motorsport-Legenden: „Als ich ganz klein war, war das Ayrton Senna. Der war meine absolute Nummer eins. Später dann Lewis Hamilton.“ Heute ist Hamilton sein direkter Konkurrent: „Die Wirkung lässt überhaupt nicht nach. Es ist immer noch extrem cool, gegen ihn zu fahren und mit ihm die Strecke zu teilen.“
Die Prognose für den kommenden Weltmeister
Die spannendste Frage beantwortet Hadjar mit einer klaren Einschätzung: „Nach dem, was wir in den intensiven Testfahrten vor der Saison gesehen haben, wäre die sichere Antwort George Russell. Aber mit einem entscheidenden Update zur Saisonmitte kann sich natürlich alles noch einmal grundlegend ändern.“



