Deutscher Safety-Car-Pilot erreicht historische Marke in der Formel 1
Während die Aufmerksamkeit in der Formel 1 meist den Rennfahrern gilt, vollbringt ein Deutscher im Hintergrund eine bemerkenswerte Leistung: Bernd Mayländer feiert beim Saisonauftakt in Melbourne seinen 500. Grand Prix als Pilot des Safety Cars. Damit übertrifft er selbst die Einsätze legendärer deutscher Formel-1-Fahrer wie Michael Schumacher oder Sebastian Vettel.
Vom Rennfahrer zum Sicherheitsgaranten
Der 54-jährige Mayländer aus Schorndorf bei Stuttgart bezeichnet sich selbst als „Vollgas-Head“ mit ausgeprägter „Motorsport-DNA“. Seine Karriere begann er als aktiver Rennfahrer in der DTM und im Porsche Supercup, bevor sich 1999 eine ungewöhnliche Chance bot: Der verstorbene Renndirektor Charlie Whiting kontaktierte ihn für die Position des Safety-Car-Fahrers.
„Diese Ära ist für mich ein ganz besonderer und bedeutender Abschnitt meines Lebens“, erklärt Mayländer zu seinem Jubiläum. Seit dem Jahr 2000 sorgt er für Sicherheit auf den Formel-1-Strecken weltweit und folgte damit dem Briten Oliver Gavin nach.
Die Philosophie des Safety-Car-Piloten
Mayländer betont jedoch eine interessante Perspektive: „Die besten Rennen sind die Rennen ohne Safety Car“. Tatsächlich wurde das Sicherheitsfahrzeug erst 1993 offiziell ins Reglement aufgenommen, nachdem es 1973 in Montréal chaotisch debütiert hatte. Wenn Mayländer und sein Beifahrer Richard Darker zum Einsatz kommen – was nicht bei jedem Grand Prix der Fall ist – verlangsamen sie das Renngeschehen, bis Gefahrensituationen wie Unfälle geklärt sind.
Zukunftsvisionen und weitere Ziele
Ans Aufhören denkt der erfahrene Safety-Car-Pilot noch lange nicht. „Ich werde auch oft gefragt, wie lange ich das noch machen möchte“, erzählt Mayländer. „Das kann man natürlich nicht vorhersagen, aber die 600 habe ich fest im Blick, 700 könnten es auch werden und 750 wäre eine tolle Zahl.“
Seine außergewöhnliche Karriere zeigt, dass Erfolg in der Formel 1 nicht nur auf dem Podium stattfindet. Mayländer hat sich als unverzichtbarer Bestandteil der Motorsport-Königsklasse etabliert und blickt nun auf ein halbes Jahrtausend Grand-Prix-Einsätze zurück.



