Mercedes feiert historischen Doppelsieg in Australien
Die Formel 1 hat mit einem atemberaubenden Großen Preis von Australien in Melbourne eine neue Ära eingeläutet. George Russell sicherte sich den Sieg im Albert Park vor seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli – der erste Doppelsieg für das Silberpfeil-Team seit 16 Monaten. Die neuen Hybridmotoren mit ihrem revolutionären Elektroschub sorgten für ungewohnte Bilder und zahlreiche spektakuläre Überholmanöver, die an Videospiel-Sequenzen erinnerten.
Wildes Rennen mit neuen technischen Herausforderungen
Das Rennen begann bereits vor dem Start mit einer spektakulären Panne: Lokalmatador Oscar Piastri verlor bei gemächlicher Fahrt in den Installationsrunden die Kontrolle über seinen McLaren. „Es war eine Kombination aus kalten Reifen, dem Überfahren des Randsteins und unerwarteter Leistung“, erklärte der Australier später.
Nach dem Start zeigte sich, dass auch das Startprozedere mit den neuen Power Units eine Herausforderung darstellt. Während die Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton davonflogen, hatten die Mercedes-Pilzen zunächst Probleme. Doch bald kam der neue Overtake Mode ins Spiel – ein Extraschub aus dem Elektromotor, der den Klappflügel DRS ersetzt.
Elektroschub revolutioniert Überholmanöver
Russell war einer der ersten, der den neuen Elektroboost testen durfte, und demonstrierte dessen Wirksamkeit eindrucksvoll. Der Mercedes-Pilot überholte Leclerc mühelos, nur um kurz darauf selbst vom Ferrari mit dem gleichen System überholt zu werden. Wer weniger als eine Sekunde hinter dem Vordermann fährt, darf den Extraschub nutzen – was zu einem faszinierenden Dreikampf zwischen Leclerc, Russell und Hamilton führte.
„Das gesamte Rennen wurde entscheidend vom Energiestand in der Batterie beeinflusst“, analysierten Experten. Ein Motorschaden an Isack Hadjars Red Bull löste dann das Virtuelle Safety Car aus, das beide Mercedes für einen frühen Boxenstopp nutzten – eine Entscheidung, die sich als strategischer Meistergriff erweisen sollte.
Ferrari verpasst Chancen durch Boxen-Strategie
Während Mercedes die Gelegenheit beim Schopfe packte, verzichtete Ferrari auf den Stopp unter Safety-Car-Bedingungen. „Zumindest einer von uns hätte reinkommen sollen“, funkte Hamilton später frustriert an die Box. Diese Entscheidung sollte sich als entscheidender Fehler erweisen: Obwohl die Ferraris nach ihrem späteren Stopp zunächst vorne lagen, konnten sie den Vorsprung nicht halten.
Zur Rennhälfte lagen Russell und Antonelli schließlich vorne und kontrollierten das Geschehen bis ins Ziel. Mercedes brachte die Reifen trotz des frühen Stopps über die Distanz und geriet nicht mehr unter Druck. Charles Leclerc und Lewis Hamilton mussten sich mit den Plätzen drei und vier begnügen.
Weitere Ergebnisse und Audi-Debüt mit gemischten Gefühlen
Weltmeister Lando Norris wurde im McLaren Fünfter vor Max Verstappen im Red Bull, der sich nach einem Unfall im Qualifying von Startplatz 20 spektakulär nach vorne arbeitete. Für Audi begann das Formel-1-Abenteuer indes mit einer Enttäuschung: Nico Hülkenberg konnte am ersten Rennen in der Geschichte des deutschen Werksteams nicht teilnehmen, da bereits auf dem Weg in die Startaufstellung Probleme mit der Telemetrie auftraten.
Immerhin gelangen Gabriel Bortoleto die ersten WM-Punkte für Audi mit Platz neun. Der Große Preis von Australien hat damit nicht nur einen neuen Sieger gekrönt, sondern auch gezeigt, dass die technischen Neuerungen die Formel 1 grundlegend verändern werden. Die Ära des Elektroboosts hat begonnen – und verspricht noch viele spannende Rennen.



