Mick Schumacher startet in der IndyCar-Serie: Neues Kapitel im US-Motorsport
Mick Schumacher: Neues Kapitel in der IndyCar-Serie

Mick Schumacher betritt US-Motorsport-Bühne: IndyCar als neue Herausforderung

Mick Schumacher startet ein aufregendes Kapitel seiner Motorsportkarriere. Der 26-jährige Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher wechselt in die amerikanische IndyCar-Serie und beginnt dieses Abenteuer auf dem Stadtkurs von St. Petersburg in Florida. Obwohl er bereits umfangreiche Rennerfahrung sammeln konnte, wird er in den USA offiziell als Neuling geführt.

Vom Formel-1-Piloten zum IndyCar-Fahrer

Schumachers Motorsportlaufbahn führte ihn von 2021 bis 2022 als Formel-1-Pilot bei Haas, über eine Ersatzfahrerrolle bei Mercedes bis hin zu zwei Jahren bei Alpine in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Dort nahm er auch am legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Jetzt steht der Neuanfang in einer komplett neuen Rennserie bevor.

„Ich sehe es nicht als Rookiejahr und erlaube mir auch keine Anfängerfehler“, betonte Schumacher entschieden. Die Bezeichnung als Neuling mag er nicht mehr hören, nachdem er bereits bei Le Mans als Rookie bezeichnet wurde. Dennoch muss er sich in der IndyCar-Serie erst einmal zurechtfinden.

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Neues Team, neue Kultur

Beim Rennstall Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) fühlt sich Schumacher wohl. Das Team gehört dem dreimaligen IndyCar-Champion Bobby Rahal, TV-Moderator David Letterman und Unternehmer Mike Lanigan. „Ich mag es, wie die Leute hier arbeiten. Es ist sehr authentisch“, schwärmte der deutsche Rennfahrer. „Es fühlt sich fast ein bisschen altmodisch an, aber ich mag dieses Gefühl. Das Ganze hat wirklich Charme.“

Um den Einstieg zu erleichtern, hat das Team den achtfachen IndyCar-Rennsieger Ryan Briscoe als Fahrercoach verpflichtet. Briscoe unterstützt nicht nur Schumacher, sondern auch die anderen Piloten Graham Rahal (Sohn des Teamchefs) und Rookie des Jahres Louis Foster. Zusätzlich steht Schumacher mit Mike Pawlowski ein erfahrener Renningenieur zur Seite, der bereits für Top-Teams wie Andretti Autosport und Chip Ganassi Racing gearbeitet hat.

IndyCar: Eine neue Sprache lernen

Die IndyCar-Serie bringt für Schumacher zahlreiche neue Herausforderungen mit sich:

  • Unbekannte Rennstrecken inklusive gefährlicher Ovalkurse
  • Ein komplett anderes Auto mit neuen technischen Eigenschaften
  • Einen veränderten Fahrstil, der angepasst werden muss
  • Neue Fachbegriffe und Maßeinheiten (Fuß und Yards statt Meter)

Statt von Unter- und Übersteuern spricht man in der IndyCar-Welt von „push“ und „loose“. Bei Ovalrennen wählen Fahrer entweder die „High Line“ (Außenbahn) oder „Low Line“ (Innenbahn). Besonders wichtig sind die „Spotter“ – Funker auf den Rängen, die ihre Fahrer sicher durch den Verkehr lotsen. „Das sei alles Neuland für mich“, gestand Schumacher, zeigte sich aber gleichzeitig „sehr neugierig“, das neue Wissen aufzusaugen.

Familienmeinungen gehen auseinander

Onkel Ralf Schumacher, selbst ehemaliger Formel-1-Fahrer, sieht den Wechsel seines Neffen kritisch. „Ich finde diesen Schritt unnötig, aber er ist alt genug“, sagte er dem TV-Sender Sky. Die IndyCar-Serie mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 360 km/h sei gefährlich, und die Nutzen-Risiko-Frage stelle sich für ihn. Ein Formel-1-Comeback hält Ralf Schumacher für ausgeschlossen: „Ich glaube, das ist klar, dass mit diesem Schritt die Tür zu ist.“

Mick Schumacher sieht das anders. Die Familie besitzt in Gordonville, Texas, eine Ranch, die ihm während seines US-Aufenthalts als Basis dienen wird. Und was die Formel 1 betrifft, hat er diese Option noch nicht abgeschrieben: „Ich sehe keinen Grund, warum ein Wechsel in die IndyCar-Serie diese Tür schließen sollte.“ Die Welt der Formel 1 bleibe für ihn etwas Besonderes, aber auch die IndyCar-Serie biete spannendes Einsitzer-Racing.

Teamkollege Graham Rahal lobte nach ersten Tests Schumachers Auffassungsgabe: „Er hat es toll gemacht.“ Viele Dinge passierten in einem Oval sehr schnell und gleichzeitig – eine Herausforderung, der sich Schumacher nun stellt. „Ich freue mich auf das harte Racing“, versicherte der deutsche Fahrer und blickt seinem Debüt in St. Petersburg mit Spannung entgegen.

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