MotoGP-Star stürzt nach Triumph bei Sieges-Wheelie in Austin
Kuriose und ungewöhnliche Szenen spielten sich beim MotoGP-Grand-Prix in Austin, Texas, ab. Der spanische Rennfahrer Jorge Martín feierte seinen Sieg im Sprintrennen auf eine höchst unglückliche Weise: Bei einem ausgedehnten Wheelie auf der Auslaufrunde verlor er die Kontrolle über seine Aprilia RS-GP und stürzte auf den Asphalt.
Der missglückte Jubel nach dem Sieg
Der 28-jährige Aprilia-Pilot hatte sich den Sprint beim Grand Prix der USA gesichert, doch die Freude währte nur kurz. Auf der Gegengeraden vor vollen Tribünen riss Martín das Vorderrad hoch, konnte beim Aufsetzen jedoch die Maschine nicht mehr kontrollieren. „Beim Wheelie wusste ich, dass ich irgendwann stürzen werde“, gab der Fahrer im Anschluss offen zu. „Ich bin im zweiten, dritten Gang gefahren, habe gemerkt, dass das Bike nicht richtig hochkommt und ich das Vorderrad nicht kontrollieren kann. Im vierten Gang – und sobald ich wieder aufgesetzt habe, bin ich gestürzt.“
Zum Glück blieb Martín bei dem Sturz unverletzt. Sichtlich frustriert schlug er die Hände vors Gesicht, konnte aber aus eigener Kraft ins Fahrerlager zurückkehren. Bei seinem Team entschuldigte er sich umgehend: „Es tut mir leid für die Mannschaft. Aber heute werden sie trotzdem glücklich arbeiten. Kein Problem.“
Sportlicher Triumph mit Taktik-Coup
Sportlich betrachtet war der Tag für Jorge Martín ein voller Erfolg. Vom siebten Startplatz aus kämpfte er sich nach vorne und profitierte von einer klugen Reifenwahl. Während viele Konkurrenten auf den weicheren Soft-Reifen setzten, vertraute Martín auf den haltbareren Medium-Hinterreifen. Diese Entscheidung zahlte sich aus, als Teamkollege Marco Bezzecchi drei Runden vor Schluss stürzte.
In der zwölften Kurve setzte Martín dann die entscheidende Attacke gegen Francesco Bagnaia auf der Ducati und sicherte sich seinen ersten Sprint-Sieg seit über 500 Tagen. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie tief ich vergangene Saison war, wie sehr ich von dieser Welt und von MotoGP abgekoppelt war. Ich wollte wirklich nicht zurückkommen. Und jetzt bin ich hier“, sagte der Spanier emotional.
Steiniger Weg zurück an die Spitze
Hinter diesem Triumph verbirgt sich ein äußerst schwieriger Weg. Nach seinem Wechsel von Pramac-Ducati ins Aprilia-Werksteam war Martíns Saison 2025 von Verletzungen geprägt, die zwei Operationen im Winter notwendig machten. „Jetzt habe ich ziemliche Schmerzen in der linken Hand. Die Anstrengung war riesig. Als ich gesehen habe, dass ich gewinnen kann, habe ich 110 Prozent gegeben“, erklärte der Fahrer.
Francesco Bagnaia, der den zweiten Platz belegte, nahm Martíns missglückten Jubel mit Humor: „Es ist lange her, dass ich einen Wheelie gemacht habe. Mein Team baut mir ein Bike, mit dem ich keinen Wheelie fahren kann. Dieses Gefühl kenne ich nicht.“ Trotz des kuriosen Sturzes bleibt der Sieg in Austin ein wichtiges Signal für Jorge Martín und das Aprilia-Team in der laufenden MotoGP-Saison.



