Ralf Schumacher kritisiert Micks USA-Wechsel als unnötig und rechnet mit deutschem Motorsport ab
Ralf Schumacher: Micks USA-Wechsel unnötig, Kritik am Motorsport

Ralf Schumacher: Micks USA-Wechsel unnötig und gefährlich

Der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat den Wechsel seines Neffen Mick Schumacher in die amerikanische IndyCar-Serie scharf kritisiert und als "unnötig" bezeichnet. In einer Pressekonferenz mit Sky äußerte der 50-jährige Experte deutliche Bedenken zu dem Schritt des 26-Jährigen.

Gefahren der IndyCar-Serie im Fokus

"Für mich stellt sich die Nutzen-Risiko-Frage ganz klar", sagte Ralf Schumacher über den Wechsel seines Neffen in die USA. "Man muss wirklich kein Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass Durchschnittsgeschwindigkeiten von 360 km/h deutlich gefährlicher sind als normale Formel-1-Rennen." Der ehemalige Williams-Pilot betonte die besonderen Risiken der amerikanischen Rennserie.

Eigentlich hätte Ralf Schumacher seinen Neffen lieber weiter bei Alpine in der Langstrecken-Weltmeisterschaft oder sogar in der Formel 1 gesehen. "Mit diesem Schritt in die IndyCar-Serie ist diese Tür nun aber endgültig zu", bedauerte er. "Es kommen ja auch immer neue Talente nach, die um die begehrten Plätze konkurrieren."

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Perspektiven für deutschen Nachwuchs düster

Generell sieht der Sky-Experte derzeit wenig Perspektiven für den deutschen Motorsport-Nachwuchs in der Königsklasse. "Wir werden in absehbarer Zukunft keine neuen Formel-1-Fahrer aus Deutschland haben", prognostizierte Schumacher deutlich. "Es sei denn, jemand hat genug Geld und schafft es, in Italien Kart zu fahren - so wie die meisten erfolgreichen Fahrer heute."

Der deutsche Motorsport habe sich nach Ansicht Schumachers "selbst abgeschafft". Er nannte als Gründe unter anderem "den Naturschutz bis hin dazu, dass wir keine Kartbahnen mehr genehmigt bekommen oder weiterbetreiben durften". Diese Entwicklung behindere systematisch die Talentförderung in Deutschland.

Deutsche Präsenz in der Formel 1 schwindet

Aktuell ist mit Nico Hülkenberg bei Audi nur noch ein deutscher Stammfahrer in der Königsklasse des Motorsports vertreten. Die Präsenz deutscher Fahrer in der Formel 1 hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Einen Grand Prix in Deutschland gab es zuletzt im Jahr 2020 auf dem Nürburgring - allerdings lediglich als Corona-Ersatzveranstaltung ohne regulären Rennkalender-Status.

Mick Schumacher feiert seine Premiere in der IndyCar-Serie am Sonntag um 18:00 Uhr auf dem Stadtkurs von St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida. Die Übertragung erfolgt bei Sky. Trotz seiner Kritik am Wechsel betonte Ralf Schumacher, dass sein Neffe "einen Platz in der Formel 1 verdient" hätte. "Wenn ich den einen oder anderen aktuellen Fahrer sehe, da ist Mick definitiv besser", sagte er über den ehemaligen Haas-Piloten.

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