Ralf Schumacher kritisiert deutschen Motorsport: „Keine Formel-1-Fahrer mehr in Sicht“
Schumacher: Deutscher Motorsport hat sich abgeschafft

Ralf Schumacher sieht schwarz für deutschen Motorsport

Der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher hat in einer deutlichen Stellungnahme den Zustand des deutschen Motorsports kritisiert. Bei einer Pressekonferenz des TV-Senders Sky äußerte er sich besorgt über die Zukunft des Nachwuchses in der Königsklasse des Motorsports.

„Der deutsche Motorsport hat sich selbst abgeschafft“

Schumacher führte aus, dass bereits der Naturschutz dazu beigetragen habe, dass keine neuen Kartbahnen mehr genehmigt oder bestehende weiterbetrieben werden dürfen. „Das ist, als ob man die Fußballplätze in Deutschland abschafft und dennoch erwartet, einen Verein wie den FC Bayern München zu haben“, verglich er die Situation. Diese Entwicklung sieht er als Hauptgrund für den fehlenden Nachwuchs.

Hohe Kosten blockieren Talente

Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher betonte, dass deutsche Talente ohne ausreichend finanzielle Mittel kaum eine Chance hätten. „Wir werden in absehbarer Zukunft keine Formel-1-Fahrer haben, es sei denn, der hat Geld genug und schafft es in Italien Kart zu fahren“, erklärte er. Dort müssten sich die Fahrer dann direkt gegen die Besten behaupten, was nur im italienischen Kartsport möglich sei.

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Millionenschwere Hürden für den Aufstieg

Schumacher bezifferte die Kosten für den Weg eines Talents in die Formel 1 auf rund 15 Millionen Euro. „Im Idealfall gewinnt man die Formel 3 und in Windeseile auch die Formel 2, um überhaupt an die Teams ranzukommen“, beschrieb er den steinigen Pfad. Aktuell sei nur Nico Hülkenberg als deutscher Stammfahrer bei Audi übriggeblieben, nachdem der letzte Grand Prix in Deutschland 2020 auf dem Nürburgring stattfand.

Beispiel Tim Tramnitz zeigt die Probleme

Der Sky-Experte verwies auf das Beispiel von Tim Tramnitz, einem deutschen Talent, das sich aus dem Formelsport zurückzieht und zur GT-Serie von BMW wechselt. Tramnitz hatte zuletzt gesagt, dass sein weiterer Weg aus der Formel 3 in die Formel 1 „in Anbetracht der millionenschweren Budgets nur schwer“ zu finanzieren sei. Schumacher betonte: „Man muss heute gewinnen. Nicht gewinnen reicht nicht, weil die Formel 1 nur für die Topfahrer ist.“

Insgesamt zeichnet Schumacher ein düsteres Bild für die Zukunft des deutschen Motorsports, bei dem fehlende Infrastruktur und exorbitante Kosten den Nachwuchs behindern.

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