Formel-1-Stars fordern nach Saisonauftakt Regeländerungen
Der viermalige Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat bereits nach dem ersten Rennen der Saison 2026 in Melbourne deutliche Kritik am neuen Reglement geäußert. Der Red-Bull-Pilot zeigte sich frustriert über das verpflichtende Energie-Management während der Rennen und forderte umgehende Anpassungen von der Fia und der Formel-1-Leitung.
„Es fühlt sich an wie Formel E auf Steroiden“
Verstappen betonte, dass seine Kritik nicht aus Laune entstehe: „Wir sind nicht einfach nur um der Kritik willen kritisch. Wir sind aus gutem Grund kritisch, denn wir wollen, dass es die Formel 1 bleibt – also die richtige Formel 1 auf Steroiden.“ Der Niederländer hatte bereits während der Wintertests in Bahrain seine Ablehnung gegenüber der neuen Auto-Generation zum Ausdruck gebracht und die Fahrweise mit der Formel E verglichen.
Das neue Reglement sieht vor, dass die Motoren zu etwa 50 Prozent von Verbrennern und zu fast 50 Prozent aus Batterien gespeist werden. Dies zwingt die Fahrer zu permanentem Batterie-Management, da sie nicht mehr durchgehend Vollgas fahren können, ohne dass ihnen der Saft ausgeht. Verstappen, der in Melbourne von Startplatz 20 noch auf Rang sechs fuhr, hofft auf Änderungen noch in dieser Saison.
Norris warnt vor gefährlichen Situationen
Auch der amtierende Weltmeister Lando Norris äußerte sich nach dem fünften Platz in Melbourne besorgt über die Auswirkungen des neuen Reglements. Der McLaren-Pilot kritisierte insbesondere die vielen Positionskämpfe Rad an Rad, die durch das Energie-Management gefördert werden. Auf die Frage, ob das Auftaktrennen zu chaotisch gewesen sei, antwortete Norris deutlich: „Viel zu chaotisch. Es ist ein Chaos, es kommt zu schweren Unfällen.“
Norris beschäftigt vor allem die Gefahr von Auffahrunfällen: „Wenn die Wagen plötzlich langsamer werden, um ihre Batterie wieder aufzuladen, können die Verfolger auf einmal heranrasen. Das könnte gefährliche Situationen herbeiführen.“ Der Engländer zeigte sich besorgt über die Sicherheitsaspekte, betonte aber gleichzeitig, dass die Fahrer momentan nichts an der Situation ändern könnten.
Fahrer hoffen auf Gehör bei den Verantwortlichen
Beide Fahrer betonten, dass ihre Kritik dem Wohl des Sports dienen soll. Verstappen versicherte: „Fahrer und Fans wollen nur das Beste für den Sport.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass Fia und Formel-1-Leitung bereit seien zuzuhören, drängte aber auf schnelle Maßnahmen: „Ich hoffe nur, dass etwas unternommen wird, denn ich bin nicht der Einzige, der das sagt.“
Die Diskussion um das neue Reglement dürfte die Formel 1 in den kommenden Wochen weiter beschäftigen, während die Teams und Fahrer sich auf die nächsten Rennen vorbereiten. Ob die Verantwortlichen auf die Forderungen der Spitzenfahrer reagieren werden, bleibt abzuwarten.



