Biathlon bei Olympia: Laegreid trotz Seitensprung-Beichte erfolgreich
Sturla Holm Laegreid wollte eigentlich mit sportlichen Leistungen bei den Olympischen Winterspielen in Antholz auf sich aufmerksam machen. Doch der Norweger sorgte stattdessen mit einer ungewöhnlichen Beichte für internationales Aufsehen. In einem Interview beim Sender NRK gestand er live einen Seitensprung und brach dabei in Tränen aus. Sein Ziel war es, seine betrogene Ex-Freundin mit dieser Offenheit zurückzugewinnen, doch die anonym bleibende Frau ließ sich davon bislang nicht beeindrucken.
Sticheleien zwischen Laegreid und Jacquelin
Trotz des medialen Wirbels blieb Laegreid sportlich erfolgreich. Nach einer Bronzemedaille im Einzel am Dienstag holte er im Sprint erneut Bronze, als der Franzose Quentin Fillon Maillet den Olympiasieg feierte. Der knapp geschlagene Emilien Jacquelin konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Ich wurde von einem untreuen Kerl geschlagen. Oh mein Gott“, sagte der Franzose kichernd und nicht ganz ernst nach seinem vierten Platz zur norwegischen Zeitung „Verdens Gang“.
Laegreid konterte prompt mit eigenen Sticheleien. „Ich weiß nicht, was mit Jacquelin los war. Hat er angehalten, um das Publikum zu grüßen?“, fragte er bei VG, ebenfalls nicht ganz ernst gemeint. Jacquelin hatte auf seiner Schlussrunde viel Zeit verloren und antwortete mit Blick auf das Verfolgungsrennen am Sonntag: „Ich werde ihn vernichtend schlagen, dann sehen wir weiter.“
Laegreid bleibt unbeeindruckt vom Trubel
Die Seitensprung-Beichte dominierte die Schlagzeilen, sogar in der US-Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, wo sich der Moderator mit Schauspieler Nick Kroll über Laegreid lustig machte. Kritik gab es auch, weil der Norweger mit seiner Aktion seinem Landsmann Johan-Olav Botn die Show stahl, dessen Olympiasieg inklusive Gedenken an den verstorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken zur Randnotiz verkam.
Laegreid selbst zeigte sich unbeeindruckt: „Es war speziell. Ich habe versucht, mich davon nicht beeinflussen zu lassen“, sagte er zum medialen Trubel. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich heute trotz der Bedingungen erreicht habe.“ Im Sprintrennen landete er am Ende nur 0,2 Sekunden vor Jacquelin, der bei wenig winterlichen Temperaturen mit kurzen Ärmeln angetreten war.
Deutsche Biathleten enttäuschen
Während sich die Aufmerksamkeit auf Laegreid richtete, blieben die deutschen Männer chancenlos. Philipp Horn wurde als Bester mit einem Fehler Zehnter, hatte aber mit 1:09,2 Minuten Rückstand auf Olympiasieger Maillet keine Medaillenchance. „Die letzte Runde war nicht genug im Tank, da bin ich ganz schön gestorben“, sagte Horn. „Der letzte Fehler ärgert mich brutal, beim letzten Schuss war ich schon wieder ein bisschen auf der Strecke.“
Horn ist dennoch der einzige Deutsche, der in der Verfolgung noch Chancen auf eine gute Platzierung hat. „Mit einem guten Schießen ist noch was möglich“, sagte er nach seiner Rehabilitation vom schlechten Einzel als 40. mit sechs Fehlern. Die anderen deutschen Starter enttäuschten:
- Philipp Nawrath wurde an seinem 33. Geburtstag nach drei Strafrunden als 26. der Schlechteste des DSV-Quartetts.
- David Zobel landete als 19. mit 1:41,8 Minuten Rückstand.
- Justus Strelow wurde 23. mit 1:46,4 Minuten Rückstand und sagte: „Die Ausgangsposition für den Verfolger ist nicht ganz leicht.“
Ausblick auf die Frauenwettkämpfe
Die deutschen Frauen kämpfen am Samstag im Sprint um Medaillen. Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß gehört zu den Mitfavoritinnen und führt das Quartett an, zu dem auch die Einzel-Vierte Vanessa Voigt sowie Janina Hettich-Walz und Olympia-Debütantin Julia Tannheimer gehören. Ob sie es besser machen als die enttäuschenden Männer, bleibt abzuwarten.



