Olympia 2026: Biathlon-Legende Björndalen äußert massive Zweifel an Doping-Freispruch für Italienerin Passler
Biathlon: Legende Björndalen zweifelt an Doping-Freispruch

Biathlon-Legende Björndalen stellt Doping-Freispruch für Italienerin Passler in Frage

Die überraschende Aufhebung der Dopingsperre für die italienische Biathletin Rebecca Passler kurz vor den Olympischen Winterspielen 2026 hat für erhebliche Diskussionen gesorgt. Bei SPORT1 äußerte die norwegische Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen deutliche Zweifel an dieser Entscheidung und forderte umfassende Aufklärung.

Dramatische Wende im Dopingfall Passler

Nachdem Rebecca Passler bei einer Dopingkontrolle positiv auf die verbotene Substanz Letrozol getestet worden war, wurde die Athletin Anfang Februar vorläufig suspendiert. Doch am Freitagmorgen kam die überraschende Wendung: Der Einspruch der Italienerin wurde stattgegeben, sodass sie sich ab Montag ihren Teamkolleginnen bei den Olympischen Spielen anschließen kann.

Der italienische Wintersportverband FISI bestätigte die Aufhebung der vorläufigen Suspendierung. Während Passler beim Sprint am Samstag nicht antreten soll, könnte sie bereits bei der Frauenstaffel am Mittwoch wieder starten.

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Björndalens kritische Fragen

„Ich bin überrascht, dass sie nach zwei positiven Proben – sowohl A- als auch B-Probe waren positiv – so kurze Zeit danach wieder zurückkommt“, erklärte Björndalen bei SPORT1. Der Nachweis von Letrozol, einer Substanz, die seit 2008 auf der Verbotsliste steht und den Östrogenspiegel senkt, wirft für den ehemaligen Dominator des Biathlons schwerwiegende Fragen auf.

Passler hatte angegeben, dass ein Familienmitglied das Medikament nutzte und die Substanz so in ihren Körper gelangte. Medienberichten zufolge soll ein kontaminierter Löffel in einem Nutella-Glas, den sie mit ihrer an Brustkrebs erkrankten Mutter teilte, die Ursache gewesen sein.

Forderung nach Transparenz und Konsequenzen

Björndalen zeigte sich skeptisch: „Sie hat ein Gespräch mit der Antidoping-Agentur von Italien gehabt und sie haben ihr die Geschichte geglaubt. Aber trotzdem: Wie kann sie das in ihren Körper kriegen?“ Der norwegische Biathlon-Star forderte klare Erklärungen: „Athleten und Medien sollen eine deutliche und klare Erklärung verlangen, wie das möglich ist, dass es in ihren Körper gelangt ist.“

Besonders brisant ist die Situation, da die italienische Frauenstaffel mit Lisa Vitozzi, Dorothea Wierer und Rebecca Passler zu den Mitfavoriten auf eine Medaille gehört. Björndalen äußerte die Befürchtung, dass im schlimmsten Fall ein Ergebnis nachträglich geändert werden müsste – ein Szenario, das er als „nicht gut“ bezeichnete.

Verfahrensablauf hinterlässt Fragen

Das gesamte Verfahren wirft weitere Fragen auf. Noch am Mittwoch hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS eine Beschwerde von Passler abgewiesen und sich für „nicht zuständig“ erklärt, da die Italienerin ihre Beschwerde an die italienische Anti-Doping-Agentur NADO richten musste. Nach Ablauf der Frist am Donnerstag gab die NADO Passler nun recht.

„Das muss richtig systematisch erklärt werden, dass alle Athleten wissen, dass sie gegen saubere Athleten laufen“, betonte Björndalen. „Sie hat bis jetzt A- und B-Probe positiv – aber jetzt ist sie freigesprochen und kann laufen: Wie ist das möglich?“

Die Doping-Wende um Rebecca Passler bleibt damit nicht nur ein sportliches, sondern auch ein grundsätzliches Thema für die Integrität des Sports, das weiterhin intensive Diskussionen auslösen wird.

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