Deutsche Winterspiele-Erfolge: Taubitz holt Gold, Team-Kombination Silber
Deutsche Winterspiele-Erfolge: Gold und Silber

Deutsche Erfolgsserie bei Olympischen Winterspielen setzt sich fort

Die deutschen Athleten setzen bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo ihre beeindruckende Leistungsserie fort. Nach dem vierten Wettkampftag steht das deutsche Team im Medaillenspiegel auf dem zweiten Platz hinter Norwegen. Ein besonderer Höhepunkt war der Triumph von Julia Taubitz im Rennrodeln, die nach ihrem Sturz-Drama bei den Spielen in Peking vor vier Jahren nun ihr erstes olympisches Gold feiern konnte.

Emotionale Momente und knappe Entscheidungen

Im Rodel-Einsitzer der Frauen dominierte Julia Taubitz vom WSC Oberwiesenthal das Rennen und gewann mit großem Vorsprung. Ihre Landsfrau Merle Fräbel, die nach dem ersten Lauf noch auf Medaillenkurs lag, verpatzte den dritten Lauf mit schweren Fehlern und landete schließlich auf dem achten Platz. Silber ging an die Lettin Elina Bota, Bronze sicherte sich die US-Amerikanerin Ashley Farquharson. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die vor vier Jahren in Peking Silber gewonnen hatte, belegte diesmal den sechsten Rang.

Ebenfalls erfolgreich war das deutsche Ski-Duo Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, das in der Team-Kombination die Silbermedaille holte. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus – den beiden Athletinnen fehlten nur 0,05 Sekunden auf die Goldmedaille. Für Emma Aicher ist es bereits die zweite Medaille bei diesen Winterspielen, nachdem sie am Sonntag in der Abfahrt ebenfalls Silber gewonnen hatte.

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Weitere deutsche Medaillenchancen und internationale Highlights

Am Mittwoch stehen weitere acht Medaillen-Entscheidungen auf dem Programm, darunter vier realistische Chancen auf deutsche Erfolge. In der Nordischen Kombination gehört Vinzenz Geiger zum Favoritenkreis, während das deutsche Biathlon-Team um Franziska Preuß im Einzel der Frauen über 15 Kilometer auf eine Überraschung hofft. Erstmals wird im Rodel-Doppelsitzer der Frauen Gold vergeben, wo das einzige deutsche Duo Dajana Eitberger und Magdalena Matschina Chancen hat. Im Doppelsitzer der Männer gelten die sechsfachen Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt als aussichtsreiche Kandidaten.

International sorgte Schweden für Aufsehen, als das Team im Curling-Mixed nach einem packenden Finale gegen die USA mit 6:5 die Goldmedaille gewann. Bronze sicherte sich Gastgeber Italien mit einem 5:3-Sieg gegen Großbritannien. Die erfolgreichen Geschwister Isabella und Rasmus Wranaa konnten ihre Goldmedaillen stolz in die Höhe halten.

Enttäuschungen und emotionale Geschichten

Das deutsche Skispringteam verpasste im Mixed-Wettbewerb knapp die Medaillenränge und landete auf Platz vier. Nach insgesamt acht Sprüngen fehlten den deutschen Athleten nur 1,2 Punkte zu Bronze. Gold sicherte sich Slowenien überlegen vor Norwegen und Japan.

Eine besonders emotionale Geschichte lieferte der Schweizer Ski-Freestyler Andri Ragettli, der nach seinem vierten Platz im Slopestyle-Wettbewerb von Tränen übermannt wurde. In Gedenken an seinen verstorbenen Vater sagte er: „Ich wollte ihn stolz machen. Aber ich glaube, er ist im Himmel trotzdem stolz auf mich.“ Der 27-Jährige belegte bereits bei den Winterspielen in Peking 2022 sowie bei der Heim-Weltmeisterschaft im Engadin den vierten Platz im Slopestyle.

Weitere Wettkampf-Ergebnisse und Qualifikationen

Im Biathlon-Einzel über 20 Kilometer erreichte Philipp Nawrath als bester deutscher Starter den fünften Platz. Der 32-Jährige aus Nesselwang hatte lediglich eine Strafminute und 1:31,5 Minuten Rückstand auf den fehlerfreien Olympiasieger Johan-Olav Botn aus Norwegen. Nawrath hatte am Sonntag mit der Mixed-Staffel bereits die Bronzemedaille gewonnen.

Deutschlands Eishockeyteam der Frauen hat sich mit einem 2:1-Sieg gegen Gastgeber Italien für das Viertelfinale qualifiziert. Das Team von Trainer Jeff MacLeod wurde in der Gruppe B Zweiter und trifft am Freitag entweder auf die USA oder Kanada, die beide als Top-Favoriten auf die Goldmedaille gelten. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympischen Winterspielen dabei.

Der norwegische Langlauf-Star Johannes Hoesflot Klaebo feierte im Sprint sein zweites Gold dieser Winterspiele und gewann souverän vor dem US-Amerikaner Ben Ogden und seinem Landsmann Oskar Opstad Vike.

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Politische Dimensionen und persönliche Schicksale

Eine bewegende Geschichte lieferte die ukrainische Skilangläuferin Sofija Schkatula, die nach ihrem Sprintrennen in Tränen ausbrach. Die 18-Jährige berichtete, dass ihr Elternhaus in der Region Sumy nahe der russischen Grenze während des russischen Angriffskriegs komplett zerstört wurde. „Es ist sehr merkwürdig“, sagte sie emotional. „Russland bombardiert weiterhin meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. Es ist weiterhin nicht einfach, sich hier auf den Sport zu konzentrieren.“ Gleichzeitig betonte sie, dass ihre Wut nicht gegen die Olympiateilnehmer aus Russland oder Belarus gerichtet sei.

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo dauern noch bis zum 22. Februar. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die begehrten Medaillen. Das deutsche Team hat bereits gezeigt, dass es zu den stärksten Nationen gehört und wird in den kommenden Tagen sicherlich weitere Erfolge feiern können.