54 Jahre nach München: Deutschland braucht Olympia – jetzt einfach machen!
Deutschland braucht Olympia – jetzt einfach machen!

54 Jahre nach München: Deutschland braucht Olympia – jetzt einfach machen!

Die Olympischen Ringe

Frank H. Schneider
23.02.2026 - 12:17 Uhr

Ach Olympia, ciao Cortina und Mailand! Reisetag. Über den Brenner zurück nach München, in meine Stadt, die ebenfalls Olympia austragen möchte. Hinter mir liegen Spiele, die nicht perfekt waren – aber die mich emotional, atmosphärisch und menschlich tief gepackt haben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Und ich frage mich: Wollen wir das eigentlich auch?

Politischer Wille fehlt in der ersten Reihe

Deutschland liebäugelt mit den Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044. Doch je genauer man hinschaut, desto stärker entsteht der Eindruck, dass ausgerechnet in der ersten Reihe der Politik der große Wille fehlt. Man spricht über Olympia. Aber man brennt nicht wirklich dafür.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ließ sich drei Tage lang die Spiele zeigen – von der Eröffnungsfeier in Mailand über Cortina bis Antholz. Kaum zurück in Deutschland, äußerte er bereits Bedenken gegen das Jahr 2036. Das Datum könne falsche Erinnerungen wecken an die Nazispiele von 1936.

Da war er wieder, der deutsche Reflex: erst einmal warnen. Natürlich ist Geschichte Verantwortung. Aber sie ist kein Argument für Selbstverzwergung. Entscheidend wäre doch die Frage: Was würde das demokratische Deutschland aus diesem Datum machen? Eine Aufgabe, die man aktiv anpacken sollte!

Kanzler bleibt Olympia fern

Kanzler Friedrich Merz blieb den Spielen komplett fern. Die Spiele waren kaum zwei Flugstunden von Berlin entfernt – und doch offenbar zu weit. Er war angekündigt, sagte dann aber ab.

Ein Signal geht immer in beide Richtungen. Manche Olympiasieger rief er an, um zu gratulieren, andere nicht. Begeisterung sieht anders aus. Politisch klug wäre es gewesen, der neuen IOC-Präsidentin Kirsty Coventry die Hand zu schütteln und einfach zu erklären: „Wir wollen diese Spiele. Und wir werden sie großartig machen.“

Olympia ist auch Symbolpolitik

Wenigstens die zweite Reihe war vor Ort: Pistorius, Klingbeil, zahlreiche Landespolitiker, der Sportausschuss. Aber wenn der Chef nicht erscheint, fehlt das Bild, das zählt. Olympia ist auch Symbolpolitik – vielleicht sogar vor allem.

Italien hat nicht alles perfekt organisiert. Aber das Land hat ausgestrahlt: Wir sind stolz, wir sind Gastgeber, wir haben Lust auf die Welt. Genau diese Haltung entscheidet am Ende über eine erfolgreiche Bewerbung.

Begeisterung statt Bedenken

Olympische Spiele bekommt man nicht durch Bedenken, sondern durch Begeisterung. Nicht durch historische Scheu, sondern durch politische Entschlossenheit.

Wenn Deutschland Olympia wirklich will, muss es aufhören, sich selbst im Weg zu stehen. Mit vier Bewerbern – München, Berlin, Hamburg, Köln/Rhein-Ruhr – und einem langwierigen Auswahlverfahren hat man sich für den kompliziertesten Weg entschieden. Statt gleich den Kandidaten zu nehmen, der beim Internationalen Olympischen Komitee die besten Aussichten hätte.

Macht es einfach! Zeigt der Welt endlich: Wir wollen 54 Jahre nach München endlich wieder Olympia in Deutschland.

Wer schon bei der Bewerbung zögert und nur Bedenken vor sich herumträgt, wird am Ende garantiert keine Eröffnungsfeier inszenieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration