DOSB-Chef reagiert auf Kritik an deutschem Olympia-Ergebnis
Der Vorstandschef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Otto Fricke, hat das Abschneiden der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Norditalien gegen allzu harte Kritik verteidigt. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk äußerte sich der Topfunktionär zu den teils negativen Reaktionen auf die deutsche Medaillenausbeute.
„Es ist keine Katastrophe“
„Es ist keine Katastrophe, wie manche Couchsportler immer sehr gerne sagen“, betonte Fricke deutlich. Gleichzeitig relativierte er jedoch: „Aber es ist auch keine Glanzleistung.“ Die deutschen Athletinnen und Athleten hatten bei den Spielen in Mailand und Cortina insgesamt 26 Medaillen gewonnen – acht Gold-, zehn Silber- und acht Bronzemedaillen – und damit Rang fünf im Medaillenspiegel erreicht. Dieses Ergebnis blieb hinter den Erwartungen vieler Beobachter zurück.
Besondere Herausforderung: Die vierten Plätze
Ein besonderes Augenmerk legte der DOSB-Chef auf die hohe Zahl von 14 vierten Plätzen, die deutsche Sportlerinnen und Sportler erreichten. „Ich persönlich sage immer, vier ist das neue Platin, weil das ist Weltspitze“, erklärte Fricke. Keine andere Nation habe bei diesen Spielen so viele vierten Plätze erzielt wie Deutschland.
Der Funktionär zeigte Verständnis für die Enttäuschung der Athleten: „Das ist frustrierend für den Athleten, das glaube ich, weiß jeder aus seiner Erinnerung noch, dass der vierte immer etwas frustrierend war.“ Gleichzeitig forderte er einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel: „Aber wir müssen hier als Gesellschaft anders damit umgehen.“
Einordnung der Leistung
Fricke ordnete die Gesamtleistung des deutschen Teams als solide, aber nicht herausragend ein. Die Medaillenausbeute von 26 Podestplätzen bei internationaler Spitzenkonkurrenz sei respektabel, entspreche aber nicht den ambitionierten Zielen, die im Vorfeld formuliert worden waren. Der fünfte Platz im Medaillenspiegel spiegelt die starke internationale Konkurrenz wider, der sich die deutschen Wintersportler gegenübersahen.
Der DOSB-Vorstandschef betonte die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung, die sowohl die Erfolge als auch die knappen Verfehlungen würdigt. Die Diskussion um die Olympia-Leistung wird in Sportkreisen und Medien weitergeführt, während der DOSB bereits an der Analyse und Vorbereitung für zukünftige Wettbewerbe arbeitet.



