Nordische Kombination: Olympische Zukunft nach IOC-Besuch mit Hoffnung
Die Nordische Kombination befindet sich in einem entscheidenden Kampf um ihre olympische Zukunft. Ein hochrangiger Besuch bei den Wettkämpfen in Predazzo und Tesero hat jedoch neue Hoffnung für die traditionsreiche Wintersportart geweckt.
Persönliches Gespräch mit IOC-Chefin Coventry
Vinzenz Geiger, der deutsche Spitzenathlet in der Nordischen Kombination, hat ein persönliches Gespräch mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry geführt und dieses als äußerst positiv bewertet. Coventry hatte die erste Entscheidung der um ihre Olympia-Zukunft kämpfenden Sportart im Langlaufstadion verfolgt.
„Sie hat geschwärmt, dass es super aufregend war. Dass wir es leicht aussehen lassen haben. Ihr haben die Zuschauer gefallen. Sie hat sehr positiv geklungen“, berichtete der 28-jährige Oberstdorfer nach dem Austausch. Geiger nahm ein „positives Gefühl mit“ und hofft, dass dies ein gutes Zeichen für seinen Sport darstellt.
Enthusiasmus der IOC-Präsidentin beeindruckt
Ski-Weltverbandspräsident Johan Eliasch, der das Rennen gemeinsam mit Coventry verfolgte, bestätigte den positiven Eindruck. „Sie war sehr enthusiastisch. Sie hatte großes Interesse und ist oft von ihrem Platz aufgestanden und hat applaudiert. Ich denke, ihr hat gefallen, was sie gesehen hat“, sagte Eliasch.
Auch Julian Schmid, der bei dem Gespräch anwesend war, äußerte sich zuversichtlich. Nach dem Olympiasieg des Norwegers Jens Luraas Oftebro, bei dem Johannes Rydzek als bester Deutscher Achter wurde, sprach Schmid von „Werbung für unseren Sport“.
Fehlende Frauen als kritischer Punkt
Johannes Rydzek sah die Situation ähnlich, wies jedoch auf ein grundlegendes Problem hin. Hätte er mit Coventry gesprochen, hätte er der 42-Jährigen gesagt, „dass das leider nur die halbe Kombination heute war. Der andere Teil sitzt leider daheim vor dem Fernseher und drückt uns die Daumen. Sie hätten es genauso verdient“.
Die Nordische Kombination ist als einzige Sportart bei den Olympischen Winterspielen noch immer ohne Frauenwettbewerbe. Es bleibt unklar, ob für die nächste Austragung des Großereignisses Athletinnen aufgenommen werden oder ob die Kombination möglicherweise ganz aus dem Programm gestrichen wird.
Verbandspräsident kämpft für die Sportart
Johan Eliasch positionierte sich deutlich: „Es ist kein Szenario möglich, dass Frauen nicht dabei sein werden. Ich garantiere, dass ich um die Sportart kämpfen werde. Wir werden alles Mögliche tun, damit diese Sportart im Kalender bleibt - für eine lange Zeit“.
Die endgültige Entscheidung über die olympische Zukunft der Nordischen Kombination liegt jedoch beim Internationalen Olympischen Komitee. Diese soll in der kommenden Sommerpause getroffen werden und wird sowohl über die Aufnahme von Frauenwettbewerben als auch über den generellen Verbleib der Sportart im olympischen Programm entscheiden.



