Olympia-Albtraum: IOC erwägt Abschaffung von Bob, Rodeln und Skeleton
IOC erwägt Abschaffung von Bob, Rodeln und Skeleton

Deutschlands Medaillenhoffnungen in Gefahr: IOC plant mögliches Aus für Schlittensportarten

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erwägt angeblich eine radikale Neuordnung des olympischen Programms, die für Deutschlands Wintersport-Nation verheerende Folgen haben könnte. Nach Informationen des seriösen Insiders Duncan Mackay könnten die Schlittensportarten Bob, Rodeln und Skeleton zukünftig aus dem olympischen Kanon gestrichen werden.

Kosten, Umwelt und Nachhaltigkeit als Hauptgründe

Die Gründe für diese Überlegungen liegen laut Mackays „Zeus Files“ vor allem in den drei Kategorien Kosten, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Der Bau einer Eisrinne ist extrem teuer – allein die Bahn in Cortina d'Ampezzo kostete 118 Millionen Euro, 37 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Zudem ist der Unterhalt energieintensiv und die Umweltverträglichkeit oft fragwürdig.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte bereits vor den Spielen in Italien angedeutet, dass schwierige Entscheidungen bevorstehen. „Wir müssen ehrlich damit sein, was funktioniert und noch wichtiger, was nicht funktioniert“, sagte die 42-Jährige. Sportarten müssten „mit neuen Augen“ betrachtet werden.

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Existenzielle Bedrohung für Deutschlands Wintersport

Für Deutschland wäre eine Streichung der Schlittensportarten ein wahrer Albtraum. Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo gewannen deutsche Athleten 19 von 26 möglichen Medaillen in diesen Disziplinen, was etwa 73 Prozent entspricht. Sechs der acht Goldmedaillen stammten aus Bob, Rodeln und Skeleton.

Ohne olympischen Status verlören diese Sportarten fast ihre gesamte Daseinsgrundlage, da ein Großteil der Finanzierung aus IOC-Geldern besteht. Doppel-Olympiasieger Johannes Lochner, der eigentlich plante, nach seiner Karriere im Taxibob-Geschäft einzusteigen, könnte damit einer der letzten seiner Art werden.

„Fit For The Future“: Der Reformprozess läuft

Seit September des vergangenen Jahres befassen sich vier Arbeitsgruppen im Rahmen des „Fit For The Future“-Prozesses mit der Zukunft der Olympischen Spiele. Eine Programmkommission unter dem Vorsitz des Österreichers Karl Stoss prüft mögliche Veränderungen.

Laut Insider Mackay gibt es bereits eine breite Akzeptanz, dass die Winterspiele von Mailand und Cortina die letzten waren, bei denen ausschließlich auf Schnee und Eis um Medaillen gekämpft wurde. Handball und Volleyball gelten als mögliche Nachfolger, die den Platz der Eiskanalsportarten einnehmen könnten.

Verband sucht nach Lösungen

Thomas Schwab, Vorstand des deutschen Schlittenverbands BSD, zeigt sich dennoch optimistisch: „Ich bin entspannt, dass wir Lösungen anbieten können.“ Eine Möglichkeit sei die Entwicklung kostengünstigerer Bahnen in Modulbauweise. Der Verband arbeite an weiteren Innovationen, um die Argumente der Kritiker zu widerlegen.

Für die kommenden Winterspiele in den französischen Alpen 2030 und in Utah 2034 sind die Schlittensportarten aufgrund bestehender Ausrichterverträge noch sicher. Wie es danach weitergeht, könnte sich bereits bei der IOC-Session in Lausanne am 24. und 25. Juni klären, wenn erste Ergebnisse der Programmkommission erwartet werden.

Die Winterspiele stehen vor einem historischen Wandel – und Deutschlands traditionelle Medaillenhochburg könnte dabei auf der Strecke bleiben.

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