Jocher enttäuscht nach Olympia: Abfahrer hofft auf Top-Ten-Konstanz
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Bormio haben für den deutschen Abfahrer Simon Jocher ein ernüchterndes Fazit hinterlassen. Der 29-jährige Athlet aus Garmisch-Partenkirchen zog nach seinen Wettkämpfen eine kritische Bilanz und äußerte die Hoffnung, in Zukunft endlich den Anschluss an die Weltspitze zu finden.
Mäßige Resultate und klare Analyse
Jochers Olympia-Ergebnisse blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück: Rang 21 in der Abfahrt, Rang 17 im Super-G und gemeinsam mit Slalom-Fahrer Linus Straßer Rang zehn in der Team-Kombi. „Viel mehr war nicht drin“, resümierte der Sportler nüchtern. Die bittere Erkenntnis: Er ist von der absoluten Weltklasse momentan noch weit entfernt.
Als einziger Vertreter des kleinen deutschen Abfahrtsteams in Bormio reiste Jocher mit ambitionierten Zielen an. Nun bleibt ihm vor allem die Hoffnung auf eine positive Entwicklung: „Dass ich endlich den Schritt mache, ein konstanter Top-Ten-Fahrer werde und auch um die Medaillen mitkämpfen kann. Das wäre das große Ziel.“
Ausblick auf die Zukunft und Mannschaftswunsch
Für die nächsten Olympischen Spiele 2030 in Frankreich hat Jocher einen konkreten Wunsch: „Dass wir mit einer breiteren Mannschaft antreten können.“ Der Athlet betonte damit die Bedeutung einer stärkeren deutschen Präsenz im Abfahrtsbereich, um international konkurrenzfähiger zu werden.
Grammel bleibt positiv gestimmt trotz Platzierung
Etwas optimistischer zeigte sich Olympia-Debütant Anton Grammel. Trotz Rang 29 im Super-G bewertete der 27-Jährige seinen Auftritt auf der anspruchsvollen Pista Stelvio als wertvolle Erfahrung. „Das war ein gutes Training für den Riesenslalom, den Hang im Renntempo runterzufahren“, erklärte Grammel.
Seinen „Schnupperkurs“ in Bormio sah er als wichtigen Lernprozess: „Ich kann nun nicht mehr überrascht werden, weil ich alles schon kenne.“ In seiner Spezialdisziplin Riesenslalom, die am Samstag stattfindet, will der Athlet besser abschneiden.
Realistische Erwartungen und Fokus auf Leistung
Grammel ist sich seiner „Außenseiterrolle“ durchaus bewusst, geht aber mit einer positiven Grundhaltung in den Wettkampf. „Bei Olympia zählen die Medaillen, alles andere ist eigentlich egal“, sagte er und fügte hinzu: „Ich habe keinen Druck. Ich will das umsetzen, was ich mir vornehme. Dann wird sicherlich auch ein ordentliches Ergebnis dabei rauskommen.“
Die deutschen Ski-Alpin-Athleten zeigen damit unterschiedliche Herangehensweisen an die Olympischen Spiele: Während Jocher seine Leistung kritisch reflektiert und konkrete Verbesserungsziele formuliert, nutzt Grammel die Erfahrung als Basis für seinen Hauptwettkampf.



