Gina Lückenkemper im Bob? Olympia-Dritte lässt Wechsel offen
Lückenkemper über möglichen Bob-Wechsel: Alles offen

Gina Lückenkemper im Eiskanal? Olympia-Dritte lässt Tür für Bob-Karriere offen

Im exklusiven Doppel-Interview mit SPORT1 im Adidas-Haus in Cortina d'Ampezzo musste Gina Lückenkemper herzhaft lachen. Die Frage, ob sie einen Wechsel von der Tartanbahn in den Eiskanal erwägt – ähnlich wie ihre Staffel-Kollegin Alexandra Burghardt –, sorgte für amüsierte Reaktionen. Doch so belustigt die 100-Meter-Sprinterin zunächst wirkte: Ganz ausschließen möchte die Olympia-Dritte von Paris diesen ungewöhnlichen Karriereweg keineswegs.

„Die Leute wollen Gina anscheinend im Bob sehen“

Bob-Pilotin Laura Nolte, die kurz vor ihren Olympia-Wettkämpfen steht und sich angriffslustig zeigt, kommentierte die Spekulationen mit einem Schmunzeln: „Wir hatten ja schonmal ein Bild zusammen gepostet und da kamen ganz viele Nachrichten, ob wir denn jetzt zusammenfahren würden.“ Lückenkemper ergänzte überrascht: „Ich war auch überrascht, wie viele Leute gesagt haben: 'Endlich!'“ Nolte fasste die Stimmung zusammen: „Die Leute wollen Gina anscheinend im Bob sehen.“

Die Leichtathletin zeigte sich zwar vorsichtig, ließ aber bewusst alle Optionen offen: „Vielleicht fahre ich mal auf einer vorsichtigen Fahrt mit, aber hier definitiv nicht.“ Auf die Nachfrage, ob sie je im Bob gesessen habe, antwortete sie klar: „Nein, bin ich noch nicht.“

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Ernsthafte Option oder bloße Spekulation?

Laura Nolte signalisierte grundsätzliche Bereitschaft: „Ja klar. Ich habe auch schon gesagt, Gina muss mal zum Anschubtraining mit dazukommen. Das ist auch für die Beschleunigung sehr gut. Das müssen wir auf jeden Fall mal machen.“ Lückenkemper bekräftigte ihr Interesse: „Also ausprobieren würde ich es auf jeden Fall.“

Als konkretes Thema für die unmittelbare Zukunft möchte die Sprinterin den möglichen Wechsel jedoch nicht verstanden wissen: „Meine Olympischen Spiele sind nicht vier Jahre hin, sondern zwei Jahre. Und dann gucken wir weiter.“ Auf die Bemerkung, dass dies kein Dementi sei, antwortete sie ausweichend: „Ich muss dann ja auch erstmal weitergucken, ob ich dann überhaupt noch sage, ich möchte gerne Sport weitermachen oder wie ich generell weitermachen möchte. Deswegen lasse ich das jetzt mal alles offen. Alles ist möglich.“

Als Vorbild nannte Lückenkemper explizit Alexandra Burghardt, ihre Kollegin aus der Gold-Staffel der Europameisterschaften in München 2022, die erfolgreich den Wechsel vom Sprint zum Bobsport vollzogen hat.

Noltes Olympia-Ziele und Lückenkempers Bob-Begeisterung

Laura Nolte, die bei den Olympischen Spielen in Peking eine Goldmedaille gewann, formulierte ambitionierte Ziele für die aktuellen Wettkämpfe: „Die Zielsetzung war eigentlich die ganze Saison schon, mit zwei Medaillen nach Hause zu fahren. In Peking war es eine, zwar eine Goldene, aber nur eine. Es wäre schon schön, jetzt auch im Monobob eine Medaille zu holen.“ Die gesamte Saison verlief bisher ausgesprochen positiv, besonders im Zweierbob, aber auch im Monobob.

Gina Lückenkemper erklärte ihre besondere Affinität zum Bobsport mit der langjährigen Freundschaft zu Laura Nolte: „Der Grund für die Affinität zum Bob sitzt hier gerade zu meiner Linken. Dadurch, dass man aus der gleichen Region kommt, fiebert man da einfach nochmal anders mit.“ Beide Sportlerinnen stammen aus Nordrhein-Westfalen – Lückenkemper aus Hamm, Nolte aus Unna. Die Berührungspunkte reichen bis ins Jahr 2016 zurück, als sich Nolte bei Lückenkemper über Studienmöglichkeiten informierte.

Leider wird Lückenkemper nicht live an der Strecke sein, um ihre Freundin anzufeuern: „Ich habe eine Leichtathletiksaison, auf die ich mich vorbereiten muss. Deswegen kann ich leider nicht so lange bleiben. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, wäre ich natürlich gerne die ganze Zeit hier geblieben und hätte live mitgefiebert.“ Stattdessen wird sie vor dem Fernseher mitfiebern: „Ich werde auf jeden Fall unser Wohnzimmer zusammenschreien und Laura ganz fest die Daumen drücken.“

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Die nächsten sportlichen Ziele

Für Gina Lückenkemper stehen zunächst die Europameisterschaften im August in Birmingham im Fokus: „Das ist das Highlight in diesem Jahr, worauf wir uns vorbereiten und hinarbeiten.“ Im kommenden Jahr folgen die Weltmeisterschaften in Peking, wo sie bereits 2015 ihre ersten WM-Erfahrungen sammelte. Das große Ziel bleibt natürlich die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Laura Nolte trägt als Pilotin und Team-Leaderin eine besondere Verantwortung: „Man hat schon sehr viel im Kopf. Klar: Ich bin im Bob erstmal die, die dafür verantwortlich ist, dass wir heile unten ankommen. Aber auch drumherum manage ich alles.“ Dazu gehören Trainingsplanung, Sponsorverhandlungen und die Betreuung ihrer Anschieberinnen.

Die Frage nach einem möglichen Bob-Duo Lückenkemper/Nolte bleibt vorerst unbeantwortet – aber die Tür steht zumindest einen Spaltbreit offen.