Lochner krönt Karriere mit Olympia-Gold: Deutscher Dreifach-Sieg im Zweierbob
Johannes Lochner hat bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo seine Karriere auf spektakuläre Weise gekrönt. Der 35-jährige Bobpilot aus Berchtesgaden sicherte sich im Zweierbob seinen ersten Olympiasieg und führte einen deutschen Dreifacherfolg an. Gemeinsam mit seinem Anschieber Georg Fleischhauer dominierte Lochner den Wettbewerb von Beginn an und setzte sich deutlich gegen seinen Dauerrivalen Francesco Friedrich durch.
Historischer Vorsprung und souveräne Dominanz
Lochner und Fleischhauer zeigten in allen vier Läufen eine beeindruckende Leistung und lagen am Ende mit einem Vorsprung von 1,34 Sekunden vor Friedrich. Dieser Abstand markiert den größten Vorsprung in einem olympischen Zweierbob-Wettbewerb seit dem Jahr 1980. Damals hatte der Schweizer Erich Schärer 1,57 Sekunden Vorsprung auf Bernard Germeshausen aus der DDR. Nach zwei zweiten Plätzen hinter Friedrich bei früheren Olympischen Spielen dürfte dieser Triumph für Lochner besonders befriedigend sein.
Der souveräne Weltcup-Gesamtsieger ging nach einem Start- und Bahnrekord im ersten Lauf mit einem satten Vorsprung von 0,80 Sekunden in den Finaltag. Im dritten Durchgang vergrößerte er seinen Vorsprung auf 92 Hundertstelsekunden, bevor er im Finallauf noch einmal zulegte und mit einer herausragenden Fahrt die Goldmedaille sicherte.
Deutscher Medaillensatz komplett
Adam Ammour sicherte mit seinem Anschieber Alexander Schaller den dritten Platz und komplettierte damit den deutschen Medaillensatz. Der Olympia-Debütant, der nach dem ersten Lauf auf Platz zwei gelegen hatte, fehlten am Ende 1,82 Sekunden auf Lochner. Dieser Dreifacherfolg wiederholt den Erfolg von vor vier Jahren in Peking, als Deutschland ebenfalls alle Medaillen im Zweierbob gewann.
Für Johannes Lochner markiert dieser Sieg den perfekten Abschluss einer 15-jährigen Karriere. Nach einem fünften Platz in Pyeongchang und Silber in Peking kann er nun mit der Goldmedaille in den Ruhestand gehen. „Dieser Moment ist einfach unbeschreiblich. Nach all den Jahren des Trainings und der Enttäuschungen endlich ganz oben auf dem Podest zu stehen – das ist ein Traum, der wahr wird“, kommentierte der frischgebackene Olympiasieger emotional.
Erfolgsgeschichte des deutschen Bobverbands setzt sich fort
Für den deutschen Bob- und Schlittenverband BSD setzt sich die Erfolgsgeschichte dieser Olympischen Spiele eindrucksvoll fort. In jedem bisher ausgetragenen Wettbewerb ging mindestens eine Medaille an den Verband. Das Rodel-Team hatte bereits vier Medaillen gewonnen, die Skeleton-Athleten sogar sechs. Im Bob steht die deutsche Auswahl nach Laura Noltes Silbermedaille im Monobob nun bei vier Medaillen.
Mit weiteren Wettbewerben im Zweierbob der Frauen und dem Viererbob am kommenden Wochenende könnten noch weitere Erfolge für das deutsche Team folgen. Die Dominanz der deutschen Bobfahrer bei diesen Spielen unterstreicht einmal mehr die Stärke des deutschen Wintersports und die hervorragende Arbeit der Trainer und Techniker.



