Deutsche Olympia-Sterne im Visier: Morddrohungen gegen Tischtennis-Talent Annett Kaufmann
Diese Aussagen lassen einen sprachlos zurück. Der deutsche Tischtennis-Star Annett Kaufmann (19) wurde in den sozialen Medien massiv bedroht – und spricht jetzt erstmals öffentlich darüber. In einem Talkformat der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ sagt die Junioren-Weltmeisterin: „Es wurde genau geschildert, wie ich umgebracht werden soll.“ Kaufmann reagierte sofort, blockierte die Absender und meldete sie bei der Plattform. Sie sagt: „Seither ist das nicht mehr passiert.“
Kaufmann: „Es wird schlimmer und schlimmer“
Kaufmann zählt trotz ihres jungen Alters bereits zur Spitze im deutschen Tischtennis. Die 19-Jährige ist Junioren-Weltmeisterin und Mannschafts-Europameisterin. Spätestens seit den Olympischen Spielen 2024 in Paris gilt sie als das bekannteste Gesicht der deutschen Tischtennis-Frauen. Mit ihrem sportlichen Durchbruch rückte sie stärker in den Fokus der Öffentlichkeit – und damit auch ins Visier von Hasskommentaren im Netz.
Auch andere deutsche Sportler berichten von zunehmendem Online-Hass. Biathletin Franziska Preuß (32) sprach bei den Olympischen Winterspielen 2026 von „Psychoterror“, Tischtennis-Nationalspieler Benedikt Duda (31) machte zudem Beschimpfungen durch Online-Sportwetter öffentlich.
Kaufmann sagt: „Es wird schlimmer und schlimmer.“ Und weiter: „Vor allem Frauen bekommen unsägliche Nachrichten, die sich auf Äußerlichkeiten beziehen. Auch ich erhalte, neben anderen Hassbotschaften, viele extrem sexistische Kommentare. Es gibt zwar auch viele Fans, die mich in den sozialen Medien verteidigen – trotzdem ist nicht ohne, was man da aushalten muss.“
Wegschauen ist keine Option
Für Kaufmann ist klar: Wegschauen ist keine Option. Die Athletin aus Bietigheim bei Stuttgart entschied sich bewusst, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen: „Hass bleibt Hass. Das darf nicht einfach hingenommen und akzeptiert werden.“ Ihre Offenheit soll ein Signal setzen und andere Betroffene ermutigen, sich gegen solche Angriffe zu wehren.
Der Fall Kaufmann wirft ein grelles Licht auf die dunkle Seite des digitalen Zeitalters im Sport. Während soziale Medien Athleten eine direkte Verbindung zu ihren Fans ermöglichen, öffnen sie auch Tür und Tor für anonyme Hetze und Bedrohungen. Experten fordern seit langem strengere Regulierungen und bessere Meldesysteme auf den Plattformen.
Die junge Tischtennis-Spielerin bleibt trotz der erschütternden Erfahrungen optimistisch. Sie konzentriert sich weiter auf ihre sportliche Karriere und hofft, dass ihr öffentliches Statement zu einem Umdenken beiträgt. „Sport sollte Freude bringen, nicht Angst“, betont Kaufmann abschließend.



