Norwegischer Biathlet Martin Uldal fühlt sich unfair behandelt und verpasst Olympia-Rennen
Es knirscht gewaltig im norwegischen Biathlonlager! Der norwegische Biathlonverband hat sein Aufgebot für das olympische Sprint-Rennen der Männer am Freitag präsentiert, und dabei fehlt ein prominenter Name: Martin Uldal. Der 25-jährige Athlet geht nach seiner Ausbootung öffentlich auf die Barrikaden und äußert scharfe Kritik an der Entscheidung des Verbands.
Uldal wettert gegen die Nominierungsentscheidung
Im Interview mit der norwegischen Zeitung „VG“ lässt Uldal seinem Ärger freien Lauf: „Ich denke, es ist einfach falsch. Ich fühle mich unfair behandelt und denke, dass das auf eine ziemlich schlechte Weise gemacht wurde.“ Der Biathlet betont, dass er sich einen Platz im Sprint-Team verdient habe und kritisiert die Gewichtung des Einzelrennens: „Dass das Einzel so viel zählen soll, finde ich völlig falsch.“
Hintergrund ist Uldals 13. Platz im Einzelrennen am Dienstag, der seine Nominierung für den Sprint zunichtemachte. Stattdessen wurde Sturla Holm Laegreid nominiert, der im Einzel die Bronzemedaille gewann und anschließend im TV ein tränenreiches Geständnis über eine außereheliche Affäre ablegte. Laegreid galt als Wackelkandidat, da er in diesem Winter lange nicht in Schwung kam und kein einziges Weltcup-Podium erreichte. Uldal hingegen stand in der aktuellen Weltcupsaison bereits mehrfach auf dem Sprint-Podium.
Besonders bitter: Uldal verpasst auch das Verfolgungsrennen
Die Enttäuschung wiegt für Uldal doppelt schwer, da er durch die Nicht-Nominierung im Sprint automatisch auch das Verfolgungsrennen am Sonntag verpassen wird. Im Biathlon dient der Sprint als Qualifikationsgrundlage für die Verfolgung. Uldal äußert sich weiter frustriert: „Ich fühle mich betrogen. Ich war sehr enttäuscht und habe einen kleinen Funken verloren. Aber sie haben sich entschieden und es gibt nur wenig, was ich tun kann.“
Auf die Frage, ob sein Olympia-Traum nun geplatzt sei, antwortet Uldal geknickt: „Ja. Das ist das Verrückte und das Schwierige.“ Seine starken Leistungen in der jüngeren Vergangenheit machen die Entscheidung für ihn besonders schmerzhaft.
Nationaltrainer verteidigt die Wahl
Nationaltrainer Per-Arne Botnan verteidigt hingegen die Entscheidung des Verbands: „Es stand zwischen Sturla und Martin, und nach der Medaille fiel die Wahl auf Sturla.“ Er zeigt aber auch Verständnis für Uldals Enttäuschung: „Ich verstehe, dass er enttäuscht ist. Alle fünf hier wollen so viele Rennen wie möglich laufen.“
Neben Laegreid werden die Norweger im Sprint mit Johan-Olav Botn, Johannes Dale-Skjevdal und Vetle Sjåstad Christiansen an den Start gehen. Für Uldal bleibt nun nur noch die Hoffnung auf einen Einsatz in der Staffel am Dienstag, um doch noch olympische Erfahrung sammeln zu können.
Der Konflikt wirft ein Schlaglicht auf die schwierigen Entscheidungen im Spitzensport, wo oft Millimeter zwischen Erfolg und Enttäuschung liegen. Die norwegische Biathlon-Community diskutiert hitzig über die Fairness der Nominierung, während Uldal mit seinen Gefühlen der Ungerechtigkeit kämpft.



