Olympische Winterspiele in Italien: Deutsche Erfolge und emotionale Momente
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d'Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die begehrten Medaillen. Der deutsche Olympiakader konnte bereits mehrere Erfolge verbuchen, doch es gibt auch Rückschläge und emotionale Geschichten abseits der Wettkämpfe.
Nordische Kombination: Geiger mit Aufholjagd
In der Nordischen Kombination ist das Skispringen absolviert. Olympiasieger Vinzenz Geiger liegt nach dem Springen auf Platz acht und muss beim anschließenden Langlaufrennen über zehn Kilometer 29 Sekunden auf den führenden Esten Kristian Ilves wettmachen. Der Deutsche sprang 98 Meter weit, während Ilves mit 99 Metern landete und zusätzlich von Windpunkten profitierte.
Die beiden anderen deutschen Kombinierer Johannes Rydzek und Julian Schmid belegen nach dem Springen die Plätze zwölf und dreizehn und haben damit nur noch Außenseiterchancen auf eine Medaille. Das Langlaufrennen startet um 13.45 Uhr und wird zeigen, ob Geiger seine Aufholjagd erfolgreich gestalten kann.
Rodlerin Taubitz holt lang ersehntes Gold
Nach ihrem Sturz-Drama vor vier Jahren in Peking feiert Rodlerin Julia Taubitz ihr erstes olympisches Gold im Einsitzer. Die Weltmeisterin dominierte das Rennen klar und baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Ihre Teamkollegin Merle Fräbel, die nach dem ersten Tag noch knapp hinter Taubitz lag, verpatzte den dritten Lauf mit schweren Fehlern und fiel auf Rang acht zurück.
Silber ging mit fast einer Sekunde Rückstand an die Lettin Elina Bota, Bronze sicherte sich die US-Pilotin Ashley Farquharson. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die vor vier Jahren in Peking als Debütantin olympisches Silber holte, kam diesmal auf Rang sechs.
Team-Kombination: Deutsches Duo knapp an Gold vorbei
Die deutschen Skirennfahrerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann haben Silber in der olympischen Team-Kombination gewonnen. Für Aicher ist es bereits die zweite Medaille bei diesen Winterspielen, nachdem sie in der Abfahrt am Sonntag ebenfalls Silber errungen hatte. Am Ende fehlten den beiden Ski-Assen nur 0,05 Sekunden auf die Goldmedaille.
Hasswelle gegen polnische Skispringerin
Die polnische Skispringerin Pola Beltowska ist nach dem vorzeitigen Ausscheiden ihres Teams im Mixed-Wettbewerb massiv in sozialen Netzwerken angefeindet worden. Die 19-jährige Olympia-Debütantin war als erste Springerin ihres Teams mit 82 Metern die Schwächste in ihrer Gruppe gewesen, wodurch Polen den Einzug in den zweiten Durchgang verpasste.
„Ich lese keine Kommentare im Netz, aber ich bekomme solche Privatnachrichten, dass es einfach ungeheuerlich ist. Das ist so ein Hass, ich hätte nicht erwartet, dass Menschen so viel Hass gegen mich hegen können“, sagte Beltowska zu polnischen Medien. Die junge Athletin betonte, dass sie nicht absichtlich schlecht performe, aber dennoch von oben bis unten fertiggemacht werde.
Snowboard-Veteran schwer verletzt
Australiens Snowboard-Veteran Cam Bolton hat sich bei einem Trainingssturz den Hals gebrochen. Der 25-jährige Snowboardcross-Fahrer war am Montag bei einer Übungseinheit am Livigno Snow Park ins Ziel unterwegs, als er stürzte. Zunächst wirkte der Sturz nicht dramatisch, am nächsten Morgen allerdings klagte Bolton über starke Schmerzen im Nacken.
Eine Untersuchung brachte die Diagnose: Bolton erlitt zwei Halswirbelfrakturen. Er wurde per Hubschrauber nach Mailand transportiert und in ein Krankenhaus gebracht, wo er nun behandelt wird. Für Bolton, der schon 2014, 2018 und 2022 bei Olympia an den Start ging, ist es ein bitteres Ende seiner lang ersehnten vierten Spiele.
Deutscher Medaillenspiegel verbessert sich
Das deutsche Team hat sich im Medaillenspiegel erneut verbessern können. Dank der Goldmedaille von Julia Taubitz im Rennrodeln und dem Silber in der Team-Kombination steht nach dem vierten Wettkampftag Platz zwei hinter Norwegen. Weitere Medaillenchancen bestehen heute unter anderem in der Nordischen Kombination, im Biathlon und im Rodel-Doppelsitzer.
Emotionale Momente abseits der Pisten
Die ukrainische Langläuferin Sofija Schkatula kam nach dem Sprintrennen im Skilanglauf zu Tränen. Ihr Elternhaus in der Sumy Region nahe der russischen Grenze sei während des russischen Angriffskriegs komplett zerstört worden, erklärte die 18-Jährige. „Es ist weiterhin nicht einfach, sich hier auf den Sport zu konzentrieren“, sagte sie emotional.
Gleichzeitig betonte Schkatula, dass ihre Wut nicht gegen die Olympiateilnehmer aus Russland oder Belarus gerichtet sei. „Sie können nichts dafür“, erklärte sie. Das Internationale Olympische Komitee erlaubt Athleten aus Russland und Belarus, als individuelle neutrale Athleten anzutreten.
Weitere Wettkampf-Highlights
Im Skispringen verpasste das deutsche Team im Mixed-Wettbewerb die Medaille knapp. Nach insgesamt acht Sprüngen fehlten nur 1,2 Punkte zu Bronze. Gold sicherte sich Slowenien überlegen vor Norwegen und Japan.
Deutschlands Eishockeyteam der Frauen ist mit einem Sieg gegen Gastgeber Italien ins Viertelfinale eingezogen und trifft dort entweder auf die USA oder Kanada. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei.
Im Curling-Mixed gewann Schweden Gold gegen die USA mit 6:5, Bronze ging an Gastgeber Italien. Der norwegische Langlauf-Star Johannes Hoesflot Klaebo feierte im Sprint sein zweites Gold dieser Winterspiele.



