Skeletonpilot riskiert Olympia-Ausschluss: Helm-Streit mit IOC eskaliert
Skeletonpilot riskiert Olympia-Ausschluss im Helm-Streit

Skeletonpilot riskiert Olympia-Ausschluss: Helm-Streit mit IOC eskaliert

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch steht kurz vor einem möglichen Ausschluss von den Olympischen Winterspielen. Der 27-Jährige bekräftigte nach seinem finalen Training in Cortina d'Ampezzo, dass er weiterhin den vom Internationalen Olympischen Komitee verbotenen Kopfschutz tragen will. Dieser Helm zeigt Bilder von im Krieg getöteten Sportkollegen.

IOC droht mit Konsequenzen

„Ja, das ist der Plan“, sagte Heraskewytsch entschlossen. Der offizielle Wettkampf beginnt am Donnerstagmorgen mit den ersten zwei von insgesamt vier Läufen. Das IOC verwies auf sein Regelwerk und könnte den Ukrainer tatsächlich aus dem Rennen nehmen, sollte er mit dem besagten Helm antreten. Im Training war Heraskewytsch bereits damit gefahren und legte ihn auch bei den anschließenden Interviews nicht aus der Hand.

IOC-Sprecher Mark Adams betonte zwar: „Wir wollen, dass er teilnimmt. Wir wollen wirklich, dass er seinen Moment hat.“ Zuvor hatte das Komitee jedoch entschieden, dass der Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche. Dem Athleten wurde angeboten, im Wettbewerb einen Trauerflor zu tragen und in Interviews seine Meinung frei zu äußern.

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Heraskewytsch lehnt Kompromiss ab

Der Skeleton-Fahrer zeigte sich an einem Kompromiss jedoch nicht interessiert. „Welchen Kompromiss sollten wir finden?“, fragte er umringt von Journalisten nach dem Training. Er erklärte, wie belastend die ganze Situation für ihn sei: „Es war nie ein Ziel, diesen Konflikt, diesen Skandal zu verursachen. Ich will ein Teil der IOC-Familie sein, ich will ein Teil der olympischen Bewegung sein.“

„Jetzt haben wir ein großes Chaos“, fügte Heraskewytsch hinzu. Wenn jemandem die Schuld gegeben werden solle, sollten die Verantwortlichen bei sich selbst anfangen. Der Athlet betonte, er habe nur diesen einen Helm von diesem Modell. Entweder trage er diesen oder keinen.

Medaille „wertlos im Vergleich zu Menschenleben“

Der Ukrainer, der bereits an den Spielen 2018 in Südkorea und 2022 in China teilgenommen hat, riskiert damit eine große Chance. Eine olympische Medaille sei zwar immer ein Traum von ihm gewesen, so Heraskewytsch. Sie sei aber „wertlos im Vergleich zu Menschenleben und der Erinnerung an diese Athleten“.

Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Unterstützung von Selenskyj und anderen Athleten

Die Causa Heraskewytsch ist ein großes Thema bei den Winterspielen. Der Sportler bekam bereits viel Zuspruch – sowohl von anderen Mitgliedern der ukrainischen Olympia-Delegation als auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Ich spüre große Unterstützung“, sagte Heraskewytsch. „Ich bin sehr dankbar dafür, das ist wichtig für mich.“

IOC-Sprecher Adams kündigte weitere Gespräche an: „Ich behaupte also nicht, dass wir eine fertige Lösung haben.“ Tatsächlich erscheint eine Einigung in dieser Angelegenheit so gut wie ausgeschlossen.

Doppelmoral des IOC?

Heraskewytsch verwies zudem darauf, dass auch andere Athletinnen und Athleten bei den Spielen in Italien schon Botschaften verbreitet hätten – ohne Sanktionen. Als Beispiel nannte er den amerikanischen Eiskunstläufer Maxim Naumov, der mit einem Foto an seine vor einem Jahr tödlich verunglückten Eltern erinnerte.

Der Ukrainer sprach von einem „absurden Theater“ und kritisierte die unterschiedliche Behandlung von Botschaften verschiedener Athleten. Während das IOC bei ihm auf strikter Einhaltung der Regeln bestehe, würden andere emotionale Äußerungen toleriert.

Die Situation bleibt angespannt. Sollte Heraskewytsch tatsächlich mit seinem Helm antreten, könnte dies zu einem der größten Konflikte dieser Olympischen Spiele führen. Der Skeleton-Wettbewerb beginnt in Kürze, und alle Augen sind auf die Entscheidung des IOC und die Reaktion des ukrainischen Athleten gerichtet.

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