Olympia-Drama: Trump-Kritiker Hunter Hess verpasst nach politischem Streit Medaille
Trump-Kritiker Hess verpasst Olympia-Medaille nach Streit

Politische Kontroverse überschattet Olympia-Auftritt von Hunter Hess

Der amerikanische Ski-Freestyler Hunter Hess hat bei den Olympischen Winterspielen in Livigno eine bittere Enttäuschung erlebt. Nach einer politisch aufgeladenen Kontroverse mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verpasste der 26-Jährige in der Halfpipe-Disziplin klar eine Medaille und landete lediglich auf dem enttäuschenden neunten Platz.

Trump nennt Hess einen "Verlierer" - Athlet kontert

Die Vorgeschichte zu diesem olympischen Drama begann bereits zu Beginn der Spiele. Hunter Hess hatte auf einer Pressekonferenz kritische Worte zur verschärften Einwanderungspolitik in den USA gefunden. "Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was in den USA vor sich geht", erklärte der Sportler damals öffentlich.

Diese Äußerung rief prompt Donald Trump auf den Plan. Der ehemalige Präsident schmähte Hess in einer scharfen Reaktion als "richtigen Versager" und "Loser". Trump äußerte zudem sein Bedauern darüber, dass Hess überhaupt an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfe.

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Zwei "härteste Wochen" vor dem Wettkampf

Für Hunter Hess folgten daraufhin, wie er selbst einräumte, "die zwei wohl härtesten Wochen" seines Lebens. Der Druck durch die öffentliche Kontroverse lastete schwer auf dem Athleten, der bereits die Olympischen Spiele 2022 wegen einer schweren Verletzung hatte verpassen müssen.

"Ich habe mein ganzes Leben lang auf diese erste Olympia-Teilnahme hingearbeitet", betonte Hess im Vorfeld des Wettkampfes. Gleichzeitig machte er deutlich: "Ich lasse mich von solchen Kontroversen nicht aufhalten."

Ironische Reaktionen und schwierige Vorbereitung

In der Qualifikation am Vormittag des Finaltages zeigte Hess bereits seine charakteristische Reaktion auf die Anfeindungen. Nach seinem ersten Lauf formte er demonstrativ Daumen und Zeigefinger zu einem "L" - als ironische Referenz an Trumps "Loser"-Vorwurf. "Ganz offensichtlich bin ich ein Loser", kommentierte er die Geste mit trockenem Humor.

Auch auf seinem Instagram-Profil nennt sich der Sportler inzwischen selbstironisch so, betont aber gleichzeitig: "In Wahrheit bin ich nur ein Skifahrer aus Bend, Oregon."

Trainingsrückzug und Verletzungspech

Um dem "Lärm und Hass da draußen" zu entgehen, zog sich Hess vor dem Finale zum Training in die Schweiz zurück. Seine Familie begleitete und unterstützte ihn in dieser schwierigen Phase. "Skifahren hat mir schon so oft das Leben gerettet, und ansichtlich hat es das wieder getan", reflektierte der Athlet über seine Sportart als emotionalen Rückhalt.

Doch auch die Vorbereitung verlief nicht optimal: Bei einem Trainingssturz zog sich Hess "böse Verletzungen" zu. Möglicherweise brach er sich dabei die Hand, zudem zeigte seine Hüfte einen dicken blauen Fleck, während Knie und Schulter schmerzten.

Enttäuschendes Finale trotz gutem Start

Im eigentlichen Halfpipe-Finale zeigte Hunter Hess im ersten Durchgang zunächst eine durchaus medaillenwürdige Vorstellung. Doch den letzten Trick verpatzte er, was bereits früh die Hoffnungen schmälerte. Im zweiten Lauf verlor er dann sogar den rechten Ski, und im finalen Durchgang landete er den dritten Sprung unsauber.

Am Ende reichte es nur für Platz neun - weit entfernt von den Medaillenrängen. Olympiasieger wurde sein Teamkollege Alex Ferreira, der sich mit 0,75 Punkten Vorsprung vor dem Esten Henry Sildaru durchsetzte. Bronze sicherte sich Brendan Mackay aus Kanada.

Hess bleibt bei seiner Haltung

Trotz der enttäuschenden sportlichen Leistung und der öffentlichen Kritik bleibt Hunter Hess bei seiner grundsätzlichen Haltung. "Ich bin so gesegnet, in Italien am Start zu sein", betonte er nach dem Wettkampf. Diese Teilnahme bedeute ihm "unendlich viel".

Auch zu seinen kritischen politischen Äußerungen steht der Sportler weiterhin. "Zu meinen Worten stehe ich", erklärte Hess entschlossen. "Auch wenn mich das zu einem 'Loser' macht." Die ungewöhnliche Verbindung von Spitzensport und politischer Kontroverse hat damit einen sportlich enttäuschenden, aber charakterlich konsequenten Ausgang für den amerikanischen Freestyler gefunden.

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