Olympia-Chef Wasserman hält Amt trotz Kontroversen um Epstein-Kontakte
Der Druck auf Casey Wasserman, den Organisationschef der Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles, ist in den letzten Wochen erheblich gestiegen. Grund dafür sind kürzlich veröffentlichte Akten im Missbrauchsskandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, in denen auch Korrespondenz von Wasserman an Ghislaine Maxwell, die ehemalige Gehilfin Epsteins, aus dem Jahr 2003 auftauchte. Trotz dieser Enthüllungen und des Rückzugs prominenter Künstler wie der Popsuperstarin Chappell Roan aus seiner Agentur darf Wasserman seine Position bei den Olympischen Spielen behalten.
Juristische Prüfung bestätigt Verbleib im Amt
Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Los Angeles teilte mit, dass nach einer umfassenden juristischen Prüfung der Angelegenheit und einem persönlichen Treffen mit Wasserman entschieden wurde, ihn im Amt zu lassen. Die Untersuchung, die von einer externen Anwaltskanzlei durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass die Beziehung von Wasserman zu Epstein und Maxwell nicht über das hinausging, was bereits öffentlich dokumentiert ist. Wasserman selbst hatte in einer Stellungnahme betont, dass er zwar 2002 im Rahmen einer humanitären Reise mit der Clinton Foundation in Epsteins Flugzeug geflogen sei, aber niemals eine persönliche oder geschäftliche Beziehung zu Jeffrey Epstein unterhalten habe.
Er drückte sein Bedauern über die Korrespondenz mit Maxwell aus und wies darauf hin, dass diese lange vor der Aufdeckung ihrer schrecklichen Verbrechen stattfand. Wasserman führt das Olympiaprojekt in Los Angeles seit der Bewerbungsphase und ist auch Gründer einer globalen Sport-, Musik- und Entertainmentagentur, die internationale Spitzensportler, Schauspieler und Musiker betreut.
Reaktionen aus der Unterhaltungsbranche
Die Kontroverse hat jedoch bereits konkrete Auswirkungen auf Wassermans Geschäfte. Chappell Roan erklärte, sie habe die Pflicht, ihr Team zu schützen, und betonte: Für einen bedeutsamen Wandel in unserer Branche ist Verantwortlichkeit erforderlich. Neben ihr trennten sich auch der Countrymusiker Orville Peck und die ehemalige Fußballerin Abby Wambach von Wassermans Firma. Diese Abgänge unterstreichen die wachsende Sensibilität in der Branche gegenüber Verbindungen zu Figuren wie Epstein, dessen System auf dem Handel mit Sex, Macht und Geld basierte und trotz seiner Taten von Reichen und Mächtigen umworben wurde.
Die Entscheidung, Wasserman im Amt zu belassen, zeigt, dass das Organisationskomitee die juristische Bewertung über öffentliche Kritik stellt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Kontroverse die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2028 beeinflussen wird, insbesondere in Bezug auf Sponsoren und öffentliche Wahrnehmung. Die Olympiaorganisatoren betonen jedoch, dass Wasserman weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Projekts spielen wird.



