Olympia 2026: Riesiger Zoff um Italiens Rekordathletin Arianna Fontana
Zoff um Italiens Rekordathletin Fontana bei Olympia 2026

Historischer Moment mit Schatten: Fontanas 13. Medaille bei Olympia 2026

Arianna Fontana stürzte sich nach ihrem Rennen über die weich gepolsterte Bande direkt in die Arme ihres Trainers und Ehemanns Anthony Lobello Jr. und ließ einen lauten Jubelschrei los. Als sie sich wieder aufrichtete, warf sie dem begeisterten Publikum Luftküsse zu und lief wenig später unter Tränen mit der italienischen Flagge über das Eis, wo sie frenetisch gefeiert wurde. Dieser emotionale Moment markierte einen historischen Erfolg für die Gastgebernation Italien bei den Olympischen Winterspielen 2026.

Rekordgleichstellung unter turbulenten Umständen

Am Freitagmittag sicherte sich die Shorttrack-Läuferin über 500 Meter die Silbermedaille und damit ihre insgesamt 13. Medaille bei Olympischen Spielen. Mit dieser Leistung egalisierte sie den italienischen Rekord des Fechters Edoardo Mangiaroti. Doch während die Öffentlichkeit den Triumph feierte, lodert im Hintergrund ein heftiger Konflikt, der die Stimmung innerhalb des italienischen Teams erheblich trübt.

Der Zoff wurde besonders seit Dienstag deutlich, als Fontana mit dem Mixed-Team überraschend Gold gewann. Noch ließ sie sich an der Hand ihrer Teamkollegen wie Pietro Sighel feiern, doch dann sorgte ausgerechnet Sighel mit scharfen öffentlichen Kritiken an der Rekordathletin für Aufsehen. In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica machte er seiner Kollegin schwere Vorwürfe: „Sie trainiert seit acht Jahren im Ausland, das ist ihre Entscheidung. Wir bilden mit ihr natürlich kein Team – außer für die zweieinhalb Minuten, die wir auf der Bahn verbringen“, erklärte Sighel.

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Teamkollegen attackieren Fontanas Trainingsentscheidung

Der Triumph, so wurde deutlich, wird dem Star kaum gegönnt. Sighel betonte: „Unsere Mädchen sind die wirklich Talentierten. Sie haben es geschafft, auch ohne sie ein Team zu bilden und sich weiterzuentwickeln.“ Der Kern des Konflikts liegt in Fontanas weitreichender Entscheidung aus der Vergangenheit: Sie lebt und trainiert seit acht Jahren in den USA und Kanada, wo ihr Ehemann sie als Coach betreut, und hat dabei bewusst einen Bogen um das italienische Nationalteam gemacht.

Bereits bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking hatte Fontana beklagt, dass ihr Mann vom italienischen Verband nicht ausreichend anerkannt und unterstützt werde. Zudem beschuldigte sie damals die Teamkollegen Tommaso Dotti und Andrea Cassinelli, sie im Trainingsort Courmayeur absichtlich umgefahren zu haben – eine Anschuldigung, von der beide Athleten erst 2024 offiziell freigesprochen wurden.

Sighel kommentierte diese Vorfälle süffisant: „Es endete, wie es enden sollte – oder besser gesagt, es hätte gar nicht erst beginnen sollen. Die beiden Jungen wurden freigesprochen, weil sie die Tat nicht begangen hatten.“

Fontana verteidigt ihre Entscheidungen

Zunächst reagierte Fontana auf die Attacken aus den eigenen Reihen zurückhaltend. Sie verteidigte ihren Umzug ins Ausland mit pragmatischen Argumenten: „In Italien haben wir keinen Ort, an dem wir sowohl Shorttrack als auch die Langdistanz trainieren können. Sowohl das US- als auch das kanadische Team haben verstanden, was ich tun wollte. Und mein Mann war so ziemlich das Genie hinter meiner Vorbereitung.“

Von den deutlichen Aussagen Sighels zeigte sie sich dennoch getroffen. „Da falle ich aus allen Wolken, ich verstehe das nicht. Wenn es etwas zu beantworten gibt, werde ich antworten“, erklärte die Athletin. In der Zeitung Corriere dello Sport legte die Rekordhalterin später nach: „Ehrlich gesagt hatte ich seine Aussagen gestern noch nicht gelesen, heute habe ich es getan. Aber sie verdienen absolut keine Beachtung.“

Mit einer gewissen Schärfe fügte sie hinzu: „Wenn ich nicht Teil des Teams sein wollte, hätte ich kein Interesse daran gehabt, in Bormio zu bleiben, um mit ihnen für die Staffeln zu trainieren, sondern wäre im Ausland geblieben.“

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Getrübte Freude und gebremste Euphorie

Trotz ihres historischen Erfolgs ist die Freude der 35-jährigen Athletin deutlich getrübt. Der anhaltende Zoff innerhalb des italienischen Teams bremst nicht nur Fontanas persönliche Euphorie, sondern schattet auch die allgemeine Begeisterung in der Gastgebernation Italien. Während die Medaillen gefeiert werden, bleibt die Frage, ob sich die Risse im Team noch schließen lassen oder ob der Konflikt die Vorbereitungen auf zukünftige Wettkämpfe nachhaltig belasten wird.