UAE-Tour: Evenepoel erneut mit deutlichen Defiziten bei Bergankunft
Der belgische Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel hat bei der prestigeträchtigen UAE-Tour erneut gravierende Schwächen in den steilen Anstiegen offenbart. Auf der anspruchsvollen Bergankunft in Jebel Mobrah verlor der 26-Jährige mehr als zwei Minuten auf den italienischen Tagessieger Antonio Tiberi, der damit auch das Rote Trikot des Gesamtführenden übernahm.
Tour-de-France-Pläne mit Lipowitz stehen auf dem Prüfstand
Besonders brisant ist diese Leistungslücke, da Evenepoel in dieser Saison als prominenter Teamkollege des deutschen Tour-de-France-Dritten Florian Lipowitz fungiert. Für den Sommer war eigentlich eine Doppelspitze der beiden Fahrer bei der bedeutendsten Rundfahrt der Welt geplant, ohne klare Kapitänsrolle. Diese Strategie könnte nun nach Evenepoels erneuten Bergproblemen überdacht werden müssen.
Der Belgier, der erst am Dienstag mit einem Sieg im Einzelzeitfahren seinen siebten Saisonsieg eingefahren hatte, liegt in der Gesamtwertung der UAE-Tour als Elfter nun 1:44 Minuten hinter Tiberi. Gesamtzweiter ist der mexikanische Jungstar Isaac del Toro, der nur 21 Sekunden Rückstand aufweist.
Wiederholtes Muster bei schweren Anstiegen
Evenepoels Schwierigkeiten in den Bergen sind kein neues Phänomen. Bereits in der vergangenen Saison zeigte sich der Vize-Weltmeister bei den schwersten Anstiegen nicht konkurrenzfähig gegenüber den absoluten Rundfahrt-Stars wie Tour-de-France-Champion Tadej Pogacar oder dem zweifachen Toursieger Jonas Vingegaard.
Diese wiederkehrenden Defizite werfen Fragen über Evenepoels Eignung für die anspruchsvollsten Etappen der großen Landesrundfahrten auf. Während er im Zeitfahren und auf flacheren Streckenabschnitten zur Weltspitze zählt, scheinen die extremen Steigungen seine Achillesferse zu bleiben.
Auswirkungen auf die Teamstrategie
Die aktuelle Entwicklung bei der UAE-Tour könnte erhebliche Konsequenzen für die geplante Tour-de-France-Strategie haben. Sollte Evenepoel seine Bergschwächen nicht in den Griff bekommen, müsste das Team möglicherweise die Rollenverteilung neu überdenken und Florian Lipowitz eine klarere Führungsrolle zuweisen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Evenepoel an seiner Bergfähigkeit arbeiten kann oder ob die geplante Doppelspitze bei der Tour de France zugunsten einer eindeutigeren Hierarchie aufgegeben werden muss. Für den ambitionierten Belgier bedeutet dies, dass er dringend Lösungen für sein wiederkehrendes Problem finden muss, um seinen Anspruch auf die absoluten Spitzenplätze bei den großen Rundfahrten aufrechtzuerhalten.



