Maximaler Puls, großer Erfolg: Florian Lipowitz hielt bei der Tour de Romandie lange mit Tadej Pogacar mit. Am Ende trennen den deutschen Radprofi und den slowenischen Superstar nur 42 Sekunden im Gesamtklassement. Die Formkurve des 24-Jährigen zeigt steil nach oben – und das wirft Fragen für die Tour de France auf.
„Er war am Limit“: Pogacar unter Druck
Nach dem knapp verlorenen Duell in der Romandie kreuzen sich die Wege der beiden Kontrahenten schon wieder. „Wir machen drei Tage Streckenbesichtigung. Er hat genau denselben Plan“, sagte Lipowitz dem ZDF. Dabei geht es um die Erkundung einiger Etappen der Tour de France, die am 4. Juli in Barcelona startet. In der Westschweiz distanzierte Pogacar die deutsche Hoffnung um 42 Sekunden – so nah war das Duo noch nie beieinander. „Als er das zweite Mal attackiert hat, war das ziemlich beeindruckend“, befand der Weltmeister. Das merkte auch Lipowitz: „Tadej war am Limit.“
Selbstvertrauen und ein klarer Fahrplan
„Es gibt mir auf jeden Fall Zuversicht für die Tour, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte der spürbar zufriedene Lipowitz. Zu Beginn des Frühjahres hatte es noch anders ausgesehen. Wegen eines Infekts musste Lipowitz ein Höhentrainingslager verkürzen, landete bei den schweren spanischen Rundfahrten in Katalonien und im Baskenland dennoch auf dem Podium. Bei der Tour de Romandie komplettierte er den Treppchen-Hattrick. Belohnung war neben einer noblen Uhr vom Rennsponsor vor allem eine üppige Portion Selbstvertrauen.
Doch weder Pogacar noch Lipowitz sind bereits an ihrem Leistungszenit angekommen. Der soll erst während der Tour erreicht werden. Der Plan bis dahin liegt bereit: Nach der Streckenbesichtigung geht es für Lipowitz zunächst vier bis fünf Tage nach Hause, um noch einmal runterzufahren. „Dann geht es ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada, danach zur Slowenien-Rundfahrt und dann ist auch schon die Tour“, erklärte Lipowitz den Fahrplan und war sich sicher: „Pogacar wird Richtung Tour sicher noch ein, zwei Prozent zulegen.“
Schritt nach vorn im Vergleich zum Vorjahr
Das ist bei der deutschen Hoffnung allerdings auch nicht ausgeschlossen. „Ich habe im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt nach vorn gemacht“, sagte Lipowitz. Im Vorjahr belegte er bei der Tour Platz drei hinter Pogacar und Jonas Vingegaard. Das Duo wird auch in diesem Jahr dabei sein, hinzu kommt womöglich Frankreichs Wunderknabe Paul Seixas. Der 19-Jährige zögert noch mit der Entscheidung, ob er sich die Tour bereits zutraut.



