Stevens Gravere Eco im Test: Wie schlägt sich das Einsteiger-Gravelbike im Alltag?
Stevens Gravere Eco: Praxistest des Einsteiger-Gravelbikes

Stevens Gravere Eco im Praxistest: Einsteiger-Gravelbike unter der Lupe

Von Stefan Weißenborn, dpa 18.02.2026, 00:05

Berlin - Die Gravelbike-Welle rollt ungebremst weiter: Immer mehr Radfahrer tauschen ihre reinen Rennmaschinen oder Mountainbikes gegen diese vielseitigen Allrounder ein. Laut Zahlen des Fahrradverbands ZIV verkaufen sich Gravelbikes mittlerweile besser als klassische Rennräder, während auch das Mountainbike an Beliebtheit verliert. Der statistisch belegte Trend zeigt deutlich: Das Schotterrad boomt wie nie zuvor.

Ein unüberschaubarer Markt mit klaren Preisgrenzen

Kaum eine Fahrradmarke kommt heute noch ohne Gravelbike-Angebot aus. Das Sortiment ist mittlerweile schier unüberschaubar groß geworden. Qualitativ ansprechende Modelle finden sich selten unter 1.000 Euro - deutlich mehr als für ein einfaches Citybike ohne Motor. Bei der Hamburger Marke Stevens, die für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt ist, beginnt die Gravere-Reihe bei 1.299 Euro. Wir haben das etwas teurere Upgrade-Modell Gravere Eco ausführlich getestet.

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Technische Details und Ausstattung

Das Stevens Gravere Eco verfügt über einen Alurahmen und eine ebenfalls aus Aluminium gefertigte Gabel. Besonders auffällig sind die zahlreichen Ösen und Aufnahmen, die das Rad ideal für Bikepacking prädestinieren - also für Fahrradreisen mit leichtem Gepäck, das direkt am Rahmen befestigt wird. Ein klassischer Gepäckträger fehlt bei diesem sportlich positionierten Modell bewusst.

Der Name Eco steht für ecological und trifft den Zeitgeist perfekt: Gravelbike fahren entspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken, da man damit nicht nur Trails befährt, sondern auch problemlos zur Arbeit pendeln kann, statt das Auto zu nutzen.

Fahreindrücke auf verschiedenen Untergründen

Stevens verspricht dem Gravere Eco ausgezeichnete Laufruhe und hohen Komfort. Auf Asphalt rollen die 28-Zoll-Räder tatsächlich fast stoisch dahin - das Abrollgefühl erinnert stark an ein Rennrad. Diese Widerstandsfreiheit verdankt das Rad speziellen Reifen: In der Mitte der Lauffläche ist das Profil flach gehalten für minimale Reibung auf asphaltierten Straßen, während die Ränder stärker profiliert sind für besseren Grip in Matsch, Schlamm oder bei Kurvenfahrten im Gelände.

Das Lenkverhalten bleibt sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter konsistent und vorhersehbar. Wer zusätzliche Alltagstauglichkeit wünscht, kann an den vorhandenen Ösen problemlos Gepäckträger und Schutzbleche nachrüsten.

Preisvergleich und Gewichtsangaben

Mit einem Preis von 1.499 Euro liegt das Gravere Eco 300 Euro über dem Einstiegsmodell der Gravere-Reihe, bleibt aber 500 Euro günstiger als das Gravere Com mit Carbongabel. Die Carbon-Version bietet etwas weniger Gewicht und mehr Komfort. Das Eco wird in sechs Rahmengrößen zwischen 48 und 61 Zentimetern angeboten und wiegt laut Herstellerangaben 11,7 Kilogramm. Zum Vergleich: Das Gravere Com wiegt ein Kilo weniger, das Basismodell Gravere 300 Gramm mehr.

Fazit: Straßenstärken mit Geländekompromissen

Trotz der für Gravelbikes eher breiten Reifen dominieren beim Gravere Eco eindeutig die Rennrad-Gene gegenüber den Mountainbike-Eigenschaften. Auf asphaltierten Straßen überzeugt das Modell mit Schnelligkeit und Effizienz. Beim Abbiegen ins leichte Gelände werden jedoch Komforteinbußen spürbar: Die auf Asphalt gewonnene Effizienz wird auf grobem Untergrund mit etwas weniger Komfort erkauft.

Diese Nachteile lassen sich dank Tubeless-Option aber gut kompensieren. Die vielen Aufnahmen am Rahmen erweitern das Einsatzgebiet erheblich - ideal für Wochenendtrips mit leichtem Gepäck oder regelmäßige Pendelfahrten. Das Stevens Gravere Eco positioniert sich als solides Einsteigermodell, das vor allem Straßenfahrer anspricht, die gelegentlich auch unbefestigte Wege befahren möchten.

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