Vom Feierabendtraining zum ambitionierten Radsportverein
Der gebürtige Templiner Marek Fink (47) hat dem Nordkurier die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte der Zehdenicker Radsportunion geschildert. Was als kleine Trainingsverabredung zwischen zwei Rennradfahrern begann, entwickelte sich innerhalb von nur zwei Jahren zu einem leistungsorientierten Radsportverein mit klaren Zielen und wachsender Gemeinschaft.
Die Anfänge mit zwei Rennrädern
Alles begann mit René Hiddel und André Ochla, die sich zunächst zu gemeinsamen Feierabendrunden verabredeten. René Hiddel, seit vielen Jahren begeisterter Rennradfahrer, erinnert sich: „Ich bin 2010 durch meine Teamkameraden im Motorsport zum Rennradfahren gekommen. Mein erster richtiger Einsatz war beim ‚Rad am Ring 2010'. Mit 18 Prozent Steigung zur Hohen Acht und dann mit 100 km/h die Fuchsröhre hinunter – da war das Fieber endgültig entfacht.“
André Ochla stieß später dazu und beschreibt seinen Einstieg: „Ich bin 2023 durch René zum Rennradfahren gekommen. Seitdem hat mich diese Begeisterung nicht mehr losgelassen.“ Im Frühjahr 2025 kam mit Denis Kühn ein weiterer ambitionierter Fahrer hinzu, der nach 18 Jahren in Berlin eine Veränderung suchte.
Vom informellen Training zum organisierten Verein
Die gemeinsamen Ausfahrten wurden schnell regelmäßiger, länger und strukturierter. Marek Fink, der selbst eine lange radsportliche Vergangenheit im traditionsreichen Verein Lok Templin mitbringt, stieß über persönliche Verbindungen zur Gruppe. „Was als gemeinsame Feierabendrunde begann, entwickelte sich über organisierte Trainings, erste Wettkämpfe und stetig wachsende Teilnehmerzahlen zu einer festen Gemeinschaft“, erklärt der Familienvater, der als Vize-Chef der Zehdenicker Radsportunion fungiert.
Als die Teilnehmerzahl weiter stieg, folgte der nächste logische Schritt: „Eine WhatsApp-Gruppe wurde gegründet. Über diesen Kanal wurden Trainingszeiten, Strecken und Wettkämpfe organisiert. Die Gruppe gewann weiter an Qualität und Konstanz“, so Fink.
Offizielle Gründung mit 13 Mitgliedern
Anfang des Jahres wurde die Zehdenicker Radsportunion mit 13 Gründungsmitgliedern als Verein gegründet und ist seit dem 18. Februar 2026 offiziell eingetragen. Marek Fink betont: „Die Zehdenicker Radsportunion ist gewachsen aus Leidenschaft, Verlässlichkeit und dem Wunsch nach Struktur.“
Nach dem Ende des traditionsreichen Radsportvereins Lok Templin gibt es damit endlich wieder eine ambitionierte Adresse für den organisierten Rennradsport in der nördlichen Oberhavel und der Uckermark. Unterstützt wird der Verein dabei vom Templiner Erfolgstrainer Klaus Fermum.
Leistungsorientierung mit Gemeinschaftssinn
Die Zehdenicker Radsportunion e. V. versteht sich als freundschaftlich, jedoch leistungsorientiert. „Die Messlatte in Bezug auf sportlichen Anspruch und Ambition ist bewusst hochgelegt“, erklärt Fink. Gleichzeitig ist den Gründern klar, dass nachhaltiger Erfolg nur mit stabilen vereinsinternen Strukturen möglich ist.
Ein zentrales Motiv für die Vereinsgründung war neben der Gemeinschaft auch die Sicherheit im Straßenverkehr. „Viele Mitglieder haben als Einzelfahrer Situationen im Straßenverkehr erlebt, die in der Gruppe so nicht entstanden wären“, betont Fink. Entsprechend wird im Training großer Wert auf sicheres Fahren, klare Kommunikation und gegenseitige Absicherung gelegt.
Strukturen und Zukunftspläne
Organisatorisch setzt der Verein auf moderne, pragmatische Lösungen. Trainings und Wettkämpfe werden über eine umfangreiche WhatsApp-Community abgestimmt. In der Outdoorsaison geht es gemeinsam auf die Straße, während im Winter vorwiegend auf der Rolle trainiert wird.
„Für uns als Natursportler spielt die Region Oberhavel/Uckermark eine zentrale Rolle. Die Zehdenicker Radsportunion e. V. versteht sich als Botschafter ihrer Heimat – bei Wettkämpfen, im Training und auch überregional“, so Fink.
Derzeit arbeitet der Verein an seiner Social-Media-Präsenz, über die unter anderem auch Informationen zu einem Vereinsbeitritt geteilt werden. In fünf Jahren möchte die Zehdenicker Radsportunion e. V. über feste, gut funktionierende Strukturen verfügen, regional etabliert sein und aktiv Nachwuchs fördern. Der Anspruch bleibt klar: sportlich ambitioniert bleiben und dabei die Gemeinschaft nie aus den Augen verlieren.



