Mit einem Pferd in die Radarfalle: Ungewöhnliches Experiment sorgt für Aufsehen
In Freiburg hat eine Reitlehrerin mit einem kuriosen Verkehrsexperiment für Staunen gesorgt. Martina Scherrer wollte herausfinden, ob ein mobiler Blitzer auch auf ein Pferd reagieren würde - und schickte ihre 20-jährige Stute ins Rennen um den potenziellen Strafzettel.
Die Idee hinter dem unkonventionellen Test
Vor der Reitschule in Freiburg gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 10, die laut Scherrer von vielen Autofahrern und Radfahrern häufig ignoriert wird. Als die mobile Tempokontrolle aufgestellt wurde, kam der Reitlehrerin eine ungewöhnliche Frage in den Sinn: „Was passiert eigentlich, wenn ein Pferd geblitzt wird?“
Für ihren Versuch wählte Scherrer ihre bereits betagte, aber immer noch energiegeladene Stute. Damit das Messgerät überhaupt auf das Tier reagieren konnte, benötigte es jedoch reflektierende Elemente. Zunächst testete die Reitlehrerin Warnwesten und Beinreflektoren - ohne Erfolg.
Die technische Herausforderung des Experiments
Erst mit einer speziellen Nierendecke, die mit großen Reflektionsflächen ausgestattet war und wie ein Ersatz-Nummernschild vorne am Pferd befestigt wurde, gelang der Versuch. Als die Stute am mobilen Blitzer vorbeitrabte, löste das Gerät tatsächlich aus: Blitz! Die Radarfalle hatte angesprochen.
Eine Sprecherin der Stadt Freiburg bestätigte später, dass das Pferd mit seiner Reiterin tatsächlich von der Radaranlage erfasst worden war. Allerdings gibt es für die tierische Verkehrsteilnehmerin keinerlei Konsequenzen zu befürchten.
Keine rechtlichen Folgen für das vierbeinige Verkehrsobjekt
„Weder Strafzettel noch Bußgeld sind in diesem Fall zu erwarten“, versicherte die städtische Sprecherin. Bislang hat Martina Scherrer auch keinen offiziellen Bescheid erhalten - und damit ist nach Angaben der Stadtverwaltung nicht mehr zu rechnen.
Das Experiment der Freiburger Reitlehrerin zeigt nicht nur die Funktionsweise moderner Blitzertechnik, sondern auch die kreativen Wege, auf denen Bürgerinnen und Bürger die Umsetzung von Verkehrsregeln hinterfragen. Zuerst hatte die „Badische Zeitung“ über den kuriosen Vorfall berichtet.



