WM 2026: Belgien besiegt USA trotz Balogun-Einsatz – Skandal um Sperren-Aufhebung
Belgien schlägt USA 4:1 – Balogun-Skandal überschattet Spiel

Die von US-Präsident Donald Trump befeuerte Pathos-Party der USA hat bei der Fußball-WM ein jähes Ende gefunden. Das Team um Stürmer Folarin Balogun, der nach einer Roten Karte im vorausgehenden Spiel seine Sperre vom Weltverband FIFA überraschend erlassen bekommen hatte, verlor im Achtelfinale von Seattle verdient mit 1:4 (1:2) gegen Belgien und muss den Traum vom ersten Triumph bei einer WM früher als erhofft abhaken.

Vor 66.925 Zuschauern – darunter auch der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino – zeigte der letzte verbleibende Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Zuvor waren auch Kanada (0:3 gegen Marokko) und Mexiko (2:3 gegen England) ausgeschieden.

FIFA äußert sich ausführlich zu Balogun-Entscheidung

Der Fußball-Weltverband FIFA hat sich erstmals ausführlich zu seiner umstrittenen Entscheidung geäußert, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung auszusetzen. In 13 Absätzen erklärte die FIFA noch vor dem Anpfiff der Partie gegen Belgien die Abläufe aus ihrer Sicht.

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Die FIFA argumentiert, dass Baloguns Rote Karte Bestand habe und auch die automatische Sperre von einer Partie, die eine solche Tatsachenentscheidung nach sich zieht. Die Entscheidung zur Roten Karte war demnach nicht falsch. Die FIFA habe aber das Recht, eine Strafe anzupassen und zur Bewährung auszusetzen.

Zum Warum, diesen Schritt zu gehen, gab es in der langen Stellungnahme nur einen Satz: „Die Aussetzung der Vollstreckung der genannten Sperre wurde unter Berücksichtigung aller besonderen Umstände des Vorfalls sowie der verfügbaren Beweismittel beschlossen.“ Was die besonderen Umstände sind und auf welche Beweismittel sich die FIFA stützte, wurde nicht mitgeteilt.

US-Star Balogun gegen Belgien in der Startelf

Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft setzte im WM-Achtelfinale gegen Belgien auf Stürmerstar Folarin Balogun in der Startelf. Der 25-Jährige stand in der Formation von Nationaltrainer Mauricio Pochettino, nachdem der Fußball-Weltverband FIFA überraschend die Rotsperre aufgehoben hatte. Trotz scharfer Kritik und eines Antrags der Belgier war Balogun für die Partie in Seattle spielberechtigt, obwohl er beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina eine Rote Karte gesehen hatte.

Internationale Kritik an der Entscheidung

Die Uefa zeigte sich fassungslos: „Die gestrige Entscheidung, die Umsetzung der automatischen Sperre für ein Spiel nach der Roten Karte für den Spieler Folarin Balogun für eine Probezeit von einem Jahr auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten“, schrieb die Uefa in einem Statement. „Wir bringen unsere Fassungslosigkeit angesichts einer solch beispiellosen, unverständlichen und ungerechtfertigten Entscheidung zum Ausdruck.“

DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte Aufklärung: „Die Fifa sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll. Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der Fifa.“

Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter kritisierte: „Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert. Wenn ein US-Präsident beim Fifa-Präsidenten interveniert – und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird –, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, Fifa? Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden.“

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) forderte: „Ich finde ja, dass Politik sich raushalten sollte aus Schiedsrichterentscheidungen, aber das muss die FIFA jetzt aufklären und transparent machen, ob es da wirklich Einfluss gegeben hat. Mehr will ich da nicht zu sagen.“

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Trump bestätigt Gespräch mit Infantino

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino um die Überprüfung der Roten Karte gegen Balogun gebeten hatte. „Ich halte die Entscheidung des ‚schrecklichen‘ Schiedsrichters nicht für gerechtfertigt“, erklärte Trump vor Journalisten im Oval Office. „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war.“ Infantino erklärte, er habe Trump mitgeteilt, dass der Fall Gegenstand eines laufenden Verfahrens sei. Die Gremien des Weltfußballverbandes entschieden unabhängig und autonom, unterstrich Infantino.

Der womöglich künftige Bundestrainer Jürgen Klopp zeigte sich als MagentaTV-Experte empört: „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel. Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage. Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben.“

Spanien zerstört Ronaldos WM-Traum

Spanien hat Cristiano Ronaldo einen bitteren Abschied von der WM-Bühne beschert und seine eigenen Titelansprüche untermauert. Der Europameister feierte dank des späten Treffers von Joker Mikel Merino (90. +1 Minute) einen 1:0 (0:0)-Sieg gegen Portugal und zog erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in ein WM-Viertelfinale ein. Der 41-jährige Ronaldo agierte in seinem höchstwahrscheinlich letzten WM-Spiel glücklos, blieb ohne Treffer und wird seine beeindruckende Karriere nicht mit dem WM-Triumph krönen.

In der Runde der besten Acht trifft Spanien am Freitag auf den Sieger der Achtelfinal-Partie zwischen Gastgeber USA und Belgien. Die Portugiesen werden dann schon wieder zurück in der Heimat sein – eine Rückkehr von Ronaldo bei der WM 2030 als dann 45-Jähriger gilt als nahezu ausgeschlossen.

Weitere WM-Ereignisse

Roberto Martínez ist nach dem Aus im Achtelfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht länger Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft. „Es stimmt, dass dies mein letztes Spiel für die portugiesische Nationalmannschaft ist“, sagte der 52-Jährige unmittelbar nach dem 0:1 gegen Spanien. „Es ist das Ende eines Zyklus. Ich nehme die Erinnerungen mit und hoffe, dass auch die Portugiesen diese dreieinhalb Jahre in guter Erinnerung behalten werden.“

Für Kolumbiens ehemaligen Bundesliga-Profi Jhon Córdoba ist die Fußball-Weltmeisterschaft vorzeitig beendet. Das bestätigte Trainer Néstor Lorenzo einen Tag vor dem WM-Achtelfinale der Südamerikaner gegen die Schweiz. „Er wird den Rest des Turniers nicht mehr spielen können“, sagte Lorenzo. Der 33 Jahre alte Mittelstürmer hatte sich beim Sieg im Sechzehntelfinale gegen Ghana eine Muskelverletzung zugezogen.

Die Schweiz bangt vor dem WM-Achtelfinale gegen Kolumbien um den Einsatz des bisher so starken Bundesliga-Legionärs Johan Manzambi. Der 20-Jährige vom SC Freiburg musste das Training einen Tag vor der Partie abbrechen. Ebenso die beiden Profis vom FC Sevilla, Djibril Sow und Ruben Vargas. „Klar wäre es schmerzhaft, wenn die Spieler, die das Training abgebrochen haben, nicht dabei sein könnten“, betonte Trainer Murat Yakin.

Lionel Messi wird trotz der Strapazen der Achtelfinal-Verlängerung in Argentiniens Startelf gegen Ägypten stehen. Das bestätigte Trainer Lionel Scaloni vor dem WM-Viertelfinale gegen die Afrikaner in Atlanta. „Ihm geht es gut, obwohl er 120 Minuten im Alter von 39 Jahren gespielt hat. Er wird wieder spielen“, sagte Scaloni.

Dank einer Doppel-Torshow von Jude Bellingham in weniger als zwei Minuten und Harry Kane hat England in einem Spiel für die Fußball-Geschichtsbücher die Fiesta Mexicana beendet. Die Three Lions rangen die Mexikaner in Unterzahl im legendären Aztekenstadion mit 3:2 (2:1) nieder. Nach Kanada ist mit Mexiko nun auch der zweite von drei WM-Gastgebern raus. Damit kommt es in der Runde der besten Acht auch zum Duell der Super-Torjäger – Kane trifft mit England auf Erling Haaland.