Die chinesische Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer hat bei der Team-Weltmeisterschaft in London eine historische Niederlage erlitten. Im zweiten Gruppenspiel unterlag die Tischtennis-Weltmacht Südkorea mit 1:3. Es war die erste Niederlage Chinas bei einer WM seit dem Finale 2000 in Kuala Lumpur, als sie gegen Schweden verloren hatten.
Die chinesische Dominanz bei den Männern bröckelt bereits seit Monaten. Mit Ma Long und Fan Zhendong vom 1. FC Saarbrücken haben zwei der erfolgreichsten Spieler ihre Nationalmannschaftskarrieren beendet. Neben dem aktuellen Weltmeister Wang Chuqin steht nur noch ein weiterer Chinese in den Top Ten der Weltrangliste.
„Ich will nicht sagen, dass der Serienweltmeister China ins Straucheln geraten ist. Aber er wirkt ein bisschen angreifbarer“, sagte der deutsche Sportvorstand Richard Prause. „Die Chinesen sind nicht unkaputtbar. Auch sie müssen mit ihren Kräften haushalten. Sie haben eine sehr junge Generation. Und auch in China fallen die Talente nicht von den Bäumen.“
Die deutschen Männer starteten mit einem überraschenden 3:2-Sieg gegen Japan, verloren aber am Abend gegen Frankreich mit 1:3. Die deutschen Frauen besiegten Frankreich mit 3:1 und England mit 3:0. Die 19-jährige Annett Kaufmann zeigte sich nach ihrem ersten Einsatz optimistisch.
In London wird das 100-jährige Jubiläum der ersten Tischtennis-WM gefeiert. Der Weltverband ITTF führte einen neuen, vielfach kritisierten Modus ein. Die besten sieben Teams und Gastgeber England greifen erst am Wochenende ein. Der deutsche Verband hatte sich vor der WM in einem Brief über das neue Format beschwert, das als zu lang und kompliziert gilt.



