Serena Williams’ Rückkehr nach Wimbledon: Ein emotionales Comeback
Serena Williams ist zurück in Wimbledon. Mit 44 Jahren, als zweifache Mutter und nach vier Jahren Pause kehrt die 23-malige Grand-Slam-Siegerin nach London zurück. Schon ihr Auftritt im Doppel an der Seite ihrer Schwester Venus Williams (46) sorgte für Aufsehen, doch nun hebt sie das Interesse auf eine neue Stufe: Sie startet auch im Einzel. Die siebenmalige Wimbledon-Siegerin will, dass ihre Töchter Adira (2) und Olympia (8) ihre Auftritte miterleben. „Dieser Moment ist auch für meine Töchter. Ich möchte, dass sie sehen, was für eine starke Frau ich bin, wer ich bin“, sagte Williams vor ihrem ersten Match.
Die Reaktionen der Tenniswelt: Begeisterung und Respekt
Die Rückkehr der US-Amerikanerin wird von der Tennis-Szene gefeiert. „Sie ist eine Legende. Es ist inspirierend, das zu sehen“, sagte die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka. Auch Boris Becker ist überzeugt: „Sie ist einfach ein echter Superstar und auch deswegen boomt unser Sport.“ Tennis brauche Zugpferde, betonte er. Sabalenka ergänzte, dass das Comeback eine gute Nachricht für den Tennissport sei, da es in den vergangenen Jahren zu wenige schillernde Persönlichkeiten bei den Frauen gegeben habe.
Die Rahmenbedingungen: Wildcard für das Einzel
Die Veranstalter hatten acht Tage vor Turnierbeginn Spekulationen beendet: „Serena Williams nimmt als Wildcard-Spielerin am Frauen-Einzel 2026 teil“, hieß es in der Mitteilung. Die letzte der acht Wildcards des Frauen-Wettbewerbs wurde für sie reserviert. Zuvor hatten die Williams-Schwestern bereits eine Wildcard für das Doppel erhalten. Eine sportliche Qualifikation war nicht nötig.
Williams’ Karriere: Ein Aufstieg aus schwierigen Verhältnissen
Die Geschichte der Williams-Schwestern ist eine Familiengeschichte des Aufstiegs aus einem Problem-Vorort von Los Angeles mit Vater Richard als Trainer hin zu Superstars im elitären Tennissport. Serena Williams führte 319 Wochen die Weltrangliste an, gewann 73 Titel und wird von vielen als beste Tennisspielerin der Geschichte angesehen – obwohl Margaret Court einen Major-Titel mehr hat. Bei den US Open 2022 verabschiedete sie sich, ein Jahr später kam ihre zweite Tochter zur Welt.
Die Erwartungen: Können die Erfolge wiederholt werden?
Die Frage nach der aktuellen Form steht im Raum. Im Doppel traut man den Schwestern mehr zu als Serena im Einzel. Gemeinsam haben sie drei Olympia-Goldmedaillen und 14 Grand-Slam-Titel gewonnen, darunter sechs in Wimbledon. Der letzte gemeinsame Triumph liegt jedoch zehn Jahre zurück, ebenso wie Serenas letzter Einzel-Sieg in Wimbledon. Venus Williams sagte: „Es wird einfach unglaublich sein, da rauszugehen. Es kommt mir irgendwie unwirklich vor. Wir wissen, dass wir beide das Potenzial haben, großartig zu spielen. Also hoffen wir, dass wir das umsetzen können.“
Boris Becker warnt: Risiko für die Marke Serena Williams
Boris Becker sieht auch ein Risiko. „Wenn, muss sie gewinnen. Sie muss das Turnier nicht gewinnen, aber ein paar Matches soll sie gewinnen. Dann ist alles gut“, sagte er. Ein Einzel von Serena Williams in Wimbledon führe zu Rekord-Einschaltquoten, mutmaßte er. Die Spannung bleibt, ob die 44-Jährige an alte Erfolge anknüpfen kann.



