Die Deutsche Bahn rechnet mit Mehrkosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro für das Projekt Stuttgart 21. Grund ist die Verschiebung der Eröffnung des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs um fünf Jahre. Damit steigen die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über die Kostensteigerung berichtet.
Finanzierungsvertrag von 2009 deckt nur 4,5 Milliarden Euro
Das Preisschild für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und die Neuordnung des Bahnknotens war in den vergangenen Jahren immer wieder nach oben korrigiert worden. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Damals ging man von Baukosten in Höhe von rund drei Milliarden Euro aus und plante noch einen Puffer von 1,5 Milliarden Euro ein.
Für die Bahn ist die Verschiebung der Inbetriebnahme und die damit verbundene Kostensteigerung ein finanzielles Desaster. Denn alle Mehrkosten, die über den Finanzierungsvertrag hinausgehen, muss das Unternehmen einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen. Mit einer Klage, die die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart – zu einer Beteiligung an den zusätzlichen Kosten zwingen sollte, war die Bahn vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Einen Antrag auf Berufung hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg später abgelehnt.
Eröffnung nun für Ende 2031 geplant
Erst am Mittwoch hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Teilnehmern zufolge soll der Tiefbahnhof nun Ende 2031 in Betrieb gehen. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden.
Als Hauptgründe für die neuerliche Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich schwieriger sei als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten.
Probleme bei Technikgebäude und Notstromkonzept
Zudem gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei.



