Beim Masters-Turnier in Rom erlebt Andrea Pellegrino einen märchenhaften Aufstieg. Aus dem Nichts spielt sich der italienische Qualifikant ins Hauptfeld und erobert die Herzen der Fans. Es waren denkwürdige Szenen in der Mittagshitze des Foro Italico. Pellegrino brüllte die Freude aus sich heraus, nachdem er völlig überraschend den US-Star Frances Tiafoe mit 7:6 und 6:1 besiegt hatte. Die Fans feierten ihren neuen Lokalhelden ekstatisch.
Vom Challenger-Spieler zum Achtelfinalisten
Der 29-jährige Pellegrino, der in der Weltrangliste jenseits der Top 100 platziert ist, kämpfte sich erstmals durch die Qualifikation eines Masters-Turniers. Normalerweise ist er auf der ATP-Challenger-Tour unterwegs. Zudem wurde er immer wieder von Verletzungen ausgebremst und verlor vor dem Turnier fünf seiner letzten sechs Matches. „Ich habe eine schwere Zeit hinter mir. Ich habe mir eine Rückenverletzung zugezogen. Letzten Monat habe ich einige Turniere ausgelassen und Monte Carlo verpasst. Hier zu sein, ist für mich etwas ganz Besonderes“, erzählte Pellegrino im On-Court-Interview.
Spektakuläres Duell mit Jannik Sinner
Im Achtelfinale trifft Pellegrino nun auf den Weltranglistenersten Jannik Sinner. „Das ist unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solche Niveaus erreichen würde. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, freute sich der Senkrechtstarter. Beim letzten Aufeinandertreffen, dem Finale beim ITF-Turnier in Santa Margherita Di Pula 2019, hatte Pellegrino lediglich zwei Spiele gewonnen (1:6, 1:6). „Ich erinnere mich“, sagte er mit einem Lächeln, aber auch dieses Match müsse schließlich erst einmal gespielt werden.
Pellegrino ist nach Lorenzo Musetti (2020), Davide Scala (1997) und Corrado Borroni (1995) erst der vierte Italiener, der es als Qualifikant ins Achtelfinale des prestigeträchtigen Turniers in Rom schaffte. Auf dem Weg dorthin profitierte er von der Aufgabe des formstarken Franzosen Arthur Fils und warf zuvor Landsmann Luca Nardi aus dem Turnier.
Vielsagende Geste in der Qualifikation
In der Qualifikation sah sein Verhältnis zu den Fans noch anders aus. Gegen den Spanier Martin Landaluce hatte Pellegrino einen Großteil der Zuschauer gegen sich, offenbar wegen Wetten auf seinen Gegner. Nach dem Sieg machte er eine Geld-Geste und hob mahnend den kleinen Finger. Doch all das ist nun Geschichte. Der ehemalige deutsche Tennisprofi Patrik Kühnen bilanzierte: „Er macht die Italiener hier verrückt. Für ihn geht es nur noch aufwärts. Das ist sensationell für Pellegrino.“



